Betriebsnachfolge: Bereiten Sie sich langfristig darauf vor
Etwa jeder fünfte unterfränkische Handwerksbetrieb steht in den nächsten zehn Jahren zur Übergabe an. Die Inhaber sollten sich rechtzeitig Gedanken zur Betriebsnachfolge machen.
- Wenn eigene Kinder für die Nachfolge in Betracht kommen, sollten sie frühzeitig die Möglichkeit haben sich zu qualifizieren (Meisterprüfung), in die Betriebsführung eingebunden werden und Verantwortung übertragen bekommen.
- Die Unternehmensberater der Handwerkskammer stellen immer wieder fest, dass die potentiellen Betriebsnachfolger teilweise noch unmittelbar vor der Übergabe wenig eigenständige Aufgaben und Verantwortung haben, und oft auch die Kalkulationsmethoden des elterlichen Betriebes und die Betriebszahlen nicht kennen. Dies würde ein Außenstehender als Zeichen mangelnden Vertrauens und schlechter Vorbereitung der Übergabe beurteilen.
- Wenn keine Kinder als Nachfolger in Betracht kommen, sollte man rechtzeitig einen geeigneten Nachfolger suchen, wobei erfahrungsgemäß zwei und mehr Jahre vergehen können, bis ein geeigneter Interessent gefunden ist.
- Die Suche kann über Inserate in Fachzeitschriften, über Informationen von Bekannten, Kollegen und Vertretern erfolgen. Auch Fachmakler könnten eingeschaltet werden. Insbesondere sei jedoch auf die Betriebsbörse NEXXT hingewiesen, wo sich Übernahme-Interessenten und Übergeber unentgeltlich registrieren lassen können. Die notwendigen Unterlagen können bei der Beratungsstelle in Würzburg, Frau Schoel, unter Tel. 0931 30908-6112 angefordert oder von der Seite Betriebsbörse herunter geladen werden.
- Wenn sich ein Interessent meldet, dann sollte man diesen nicht gleich mit hohen Preisforderungen und persönlichen Vorstellungen zur Betriebsgestaltung abschrecken. Auch die Übergabe eines Betriebes erfordert marktorientiertes Verhalten. Zuerst ist Interesse zu wecken, der Betrieb also von seinen positiven Seiten darzustellen und den Interessenten die vorhandenen Werte nahezubringen. Die Preisgestaltung ergibt sich auf der Grundlage einer sachgerechten Wertermittlung und den gesamten Vertragsbedingungen. Der Kauf- oder Pachtpreis ist nur ein Steinchen im Mosaik einer Übergabekonzeption.
- Häufig lässt der bisherige Inhaber, wenn er auf das Rentenalter zugeht, den Betrieb gemächlicher angehen: Investitionen werden aufgeschoben, Personalkapazitäten zurückgefahren, kaum noch Werbung betrieben, der Umsatz zurückgefahren.
Begründet wird dies häufig damit, dass auch der verminderte Betrieb für den persönlichen Bedarf reicht.
Man sollte sich jedoch darüber im Klaren sein, dass der Wert eines Betriebes in erster Linie von der Leistungskraft abhängt und nicht vom Wert der einzelnen Maschinen und Einrichtungsgegenstände. Wer einen hohen Preis für seinen Betrieb erzielen will, muss auch Werte anbieten, die für die Zukunft eine gute Geschäftsgrundlage darstellen. Letztlich muss der Übernehmer die Preisforderungen des Übergebers aus den zukünftigen Gewinnen finanzieren können.
Weiterführende Themen
Downloads
- Arten der Betriebsnachfolge
- Broschüre zur Unternehmensnachfolge
- Unternehmensbewertung - Wertermittlung
- Checkliste: Erledigungen bei Inhaberwechsel
- Mustervertrag zur Betriebsübergabe
- Mustervertrag zum Unternehmenskauf
online seit 22. Nov 2005, aktualisiert am 27. Jan 2012
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