Handwerkskammer feiert Partnerschaftsjubiläum mit Handwerkskammer Istanbul

20 Jahre Partnerschaft mit HWK Istanbul 1Lupe
Seit 20 Jahren in Freundschaft verbunden

Rund 60 Vertreter verschiedener Handwerksinnungen aus der Region Istanbul sowie weitere Ehrengäste reisten Ende Mai nach Würzburg, um die nun seit 20 Jahren bestehende Partnerschaft zwischen den Handwerkskammern für Unterfranken und Istanbul zu feiern. Der Delegation unter Führung von Kammerpräsident Suat Yalkin gehörten auch Vizegouverneur Ali Sözen und der stellvertretende Bürgermeister Ahmet Selamet der zwölf Millionen Einwohner zählenden Metropole Istanbul an. Ein weiteres prominentes Mitglied war Dr. Irfan Yazman, Generalsekretär der MEKSA-Stiftung in Ankara, die für die berufliche Ausbildung in der gesamten Türkei zuständig ist.

Nach einem Empfang im Wenzelsaal des Würzburger Rathauses durch Bürgermeisterin Marion Schäfer fand im Seminargebäude der Handwerkskammer in Würzburg der eigentliche Festakt anlässlich des Partnerschaftsjubiläums statt. Als „einen echten Glücksfall“ bezeichnete Präsident Walter Stoy dabei die seit 20 Jahren bestehende Partnerschaft mit der Handwerkskammer Istanbul. Aus dieser Partnerschaft sei längst eine tiefe Freundschaft geworden. Stoy konnte dabei nicht nur auf zahlreiche Begegnungen in Deutschland und der Türkei verweisen, sondern eine umfangreiche Bilanz an konkreten Projekten, vor allem in der Aus- und Weiterbildung vortragen. Er dankte in diesem Zusammenhang Karl-Heinz Feser, Geschäftsführer a. D. der Handwerkskammer, als Initiator und Betreuer dieser lebendigen Freundschaft.
Kein Wunder, dass auch Präsident Suat Yalkin die Partnerschaft zwischen beiden Kammern „als äußerst fruchtbar“ einstufte. Die Bedeutung der Partnerschaft über Istanbul hinaus, nämlich für das gesamte türkische Handwerk, wurde auch vom stellvertretenden Gouverneur der Region Istanbul, Ali Sözen, und dem Generalkonsul der Türkei in Nürnberg, M. Selim Kartal, hervorgehoben. Vor allem die Qualifizierung der Mitarbeiter in der Türkei sei für die Wettbewerbsfähigkeit des türkischen Handwerks von großer Bedeutung, lobten alle türkischen Festredner die Ergebnisse von 20 Jahren kollegialer Zusammenarbeit.

Ausbildungschancen für junge Türken in Deutschland
Generalkonsul Kartal lenkte den Blick jedoch auch auf die Situation der jungen Türken in Deutschland. Allein in Unterfranken leben 20.000 Menschen türkischer Herkunft. Er appellierte an die deutschen Unternehmen, den türkischen Jugendlichen die gleichen Ausbildungschancen wie den deutschen einzuräumen. Die berufliche Integration sei der beste Weg für eine gesellschaftliche Anerkennung.

Neben den Feierlichkeiten hatte sich die türkische Delegation auch ein dichtes Arbeitsprogramm gewünscht. So wurden die türkischen Kollegen vom Vorstandssprecher der Volks- und Raiffeisenbank Würzburg, Direktor Rainer Wiederer, empfangen und über die Dienstleistungen der Genossenschaftsbank und speziell über die finanzielle Unterstützung von Existenzgründern informiert.

Bruno Fuchs, Geschäftsführer der Bäcker-Einkaufsgenossenschaft Würzburg, referierte am Beispiel seines Verbandes generell über das Genossenschaftswesen in Deutschland. Das Thema „Berufliche Aus- und Weiterbildung im Handwerk“ stand im Mittelpunkt des Besuchs der Delegation in den Berufsbildungs- und Technologiezentren Würzburg und Schweinfurt sowie in der Fahrzeugakademie. In einer lebhaften Diskussionsrunde wurden unterschiedliche Themen zur aktuellen Situation und der künftigen Entwicklung des Handwerks in der Türkei angesprochen. Hier waren vor allem auch die Beiträge des Vorsitzenden des Deutsch-Türkischen Unternehmerverbandes in Unterfranken, Osman Cat, sowie der Vortrag von Klaus Gerstner, Vorstand der Taxigenossenschaft Schweinfurt, von großem Interesse. Taxifahrer gehören in der Türkei zum Handwerk und sind dort eine der größten Berufsgruppen.

Die Handwerkskammer Istanbul ist mit ihren über 400.000 Mitgliedsbetrieben und deren rund drei Millionen Beschäftigten die größte Handwerksorganisation in der Türkei und hat damit auch entsprechendes politisches Gewicht. Um so mehr ist es der Handwerkskammer für Unterfranken ein besonderes Anliegen, nicht allein durch reinen Wissenstransfer die Entwicklung in der Türkei zu fördern, sondern auch konkrete Wirtschaftskontakte zwischen Unternehmen beider Länder herzustellen. Entsprechend konnte im Rahmen des Besuches der türkischen Partnerkammer auch eine Kooperation zwischen türkischen Kraftfahrzeugbetrieben und einem unterfränkischen Unternehmen vereinbart werden.




online seit 29. Jun 2006, aktualisiert am 06. Jul 2006

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