Konjunkturlage im 3. Quartal 2008
Handwerkskonjunktur weiterhin stabil und nur wenig gedämpfte Zukunftserwartungen
Weiterhin robust ist die Konjunktur im unterfränkischen Handwerk am Ende des 3. Quartals. 80 % der Unternehmen - wie im Vorquartal - berichten über eine zumindest zufriedenstellende Geschäftslage. Und selbst die Erwartungen für das letzte Quartal 2008 liegen mit 79 % nur minimal darunter. Das Handwerk in Unterfranken trotzt somit dem in anderen Wirtschaftsbereichen bereits erkennbaren Konjunkturabschwung. Allerdings gibt es auffällige Unterschiede in den einzelnen Handwerkszweigen: Während bei den Handwerken für den gewerblichen Bedarf, im Bauhaupt- sowie im Ausbaugewerbe eine recht passable Geschäftslage herrscht, ist die Zufriedenheit in den konsumnahen Handwerken spürbar ungünstiger. So steuern speziell die Kfz-Betriebe - bei gesunkenen Umsätzen und niedriger Werkstattauslastung - immer tiefer in die Krise: Hier ist nur noch jeder zweite Betrieb zumindest zufrieden.
Die in einen Konsum- und einen investiven Bereich gespaltene Handwerkskonjunktur setzt sich somit unvermindert fort. Doch gibt es auch im Handwerk erste Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung: Denn bei den Zulieferern im Metall- und Maschinenbau haben die Auftragsbestände
deutlich abgenommen. Positiv entwickelt hat sich der Arbeitsmarkt: 19 % der Betriebe hatten im 3. Quartal zusätzliches Personal eingestellt, per Saldo +1,2 %, mehr als im Vorjahr (+ 0,9 %).
Konkret stellt sich die Lage in Unterfranken wie folgt dar: 34 % der Handwerksunternehmer bezeichnen ihre Geschäftslage Ende September als gut, 20 % als schlecht. Der Saldo „gut minus schlecht" beträgt 14 Prozentpunkte, 4 Punkte über dem Vorjahreswert. 17 % der Betriebe melden gestiegene Auftragseingänge gegenüber dem Vorquartal (Vorjahr = 15 %). Der Anteil investierender Handwerksbetriebe liegt mit 24 % geringfügig unter dem Vorjahreswert. An der Konjunkturumfrage für das 3. Quartal 2008 hatten sich 315 Handwerksbetriebe aus 39 Berufen (siehe Anlage zum Statistikteil) beteiligt.
Bezogen auf die drei Regionen zeigt das Stimmungsbild vergleichsweise geringe Unterschiede: Die höchste Zufriedenheit melden die Betriebe der Region Würzburg mit einer Quote von 83 %, gefolgt vom Bayerischen Untermain mit 80 %. Ungünstiger ist die Situation in der Region Schweinfurt/Main-Rhön mit 76 %. Im Vergleich zum Vorquartal bzw. dem Vorjahr hat sich die Lage lediglich am Untermain etwas verschlechtert, in den beiden übrigen Regionen sogar leicht verbessert.
Größere Unterschiede gibt es in den einzelnen Handwerkszweigen: Weiterhin an der Spitze stehen die Metall- und Maschinenbauer sowie die Betriebe des Ausbau- und des Bauhauptgewerbes. Alle drei Branchen melden im Durchschnitt eine bessere Geschäftslage als vor einem Jahr sowie - mit Ausnahme der Handwerke für den gewerblichen Bedarf - auch gegenüber dem Vorquartal. Auf der Schattenseite der konjunkturellen Entwicklung steht vor allem das Kfz-Handwerk mit nur noch 53 % zufriedenen Betrieben. Lediglich das Nahrungsmittelhandwerk meldet - nach einem „Sommerloch" - wieder bessere Geschäfte. Die übrigen konsumnahen Handwerksberufe, also die Gesundheitshandwerker und die Personenbezogenen Dienstleistungsgewerbe, leiden unter der fortgesetzten Konsumzurückhaltung der Verbraucher.
Trotz der befürchteten Rezession der Gesamtwirtschaft blickt das unterfränkische Handwerk (noch) zuversichtlich in die Zukunft. Die Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung ist auf dem Niveau des Vorjahres: 79 % der unterfränkischen Betriebe rechnen mit einer zumindest befriedigenden Situation (Vj = 76 %). 85 % wollen ihren Personalstand zumindest stabil halten (Vj = 84 %). Bei einem - auch saisonal üblichen - leicht rückläufigen Auftragseingang rechnen 73 % der Betriebe mit weitgehend stabilen Umsatzerlösen.
Anmerkung: Eventuelle Auswirkungen der globalen Bankenkrise sind in der Auswertung noch kaum berücksichtigt, da ein Großteil der Fragebögen bereits vor Bekanntwerden der Krise um die Hypo Real Estate einging.
Downloads
- Konjunkturbericht Handwerk in Unterfranken 3. Quartal 2008 (Text) (
280 kB) - Konjunkturbericht Handwerk in Unterfranken 3. Quartal 2008 (Statistik) (
45 kB)
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