Konjunkturlage im 2. Quartal 2009

Konjunkturbericht_02_2009_BranchenklimaLupe

Wirtschaftliche Lage des unterfränkischen Handwerks im 2. Quartal 2009 

Das unterfränkische Handwerk ist bisher von den schlimmsten Auswirkungen der Wirtschaftskrise weitgehend verschont geblieben. Zwar ist im ersten Quartal 2009 der eigentlich erwartete Frühjahrsaufschwung weitgehend ausgeblieben, doch zeigen die Ergebnisse im zweiten Quartal erste Anzeichen einer leichten Verbesserung. Immerhin 72,6 % der befragten Betriebe haben ihre aktuelle Geschäftslage mit gut bis befriedigend bezeichnet, was einer Erhöhung um 2,8 Prozentpunkte entspricht. Den Einschätzungen der Unternehmen zu Folge wird im kommenden Quartal kaum eine Änderung ihrer geschäftlichen Situation eintreten, da nur 0,2 % der Befragten eine Besserung der Verhältnisse erwarten.

Maßgeblich für die leichte Erholung zeichnet die positive Entwicklung im Bauhaupt- und im Ausbaugewerbe. Aktuell vermelden 80 % der Betriebe im Baugewerbe und 79,1 % der Betriebe im Ausbaugewerbe gegenüber 68,2 % bzw. 74,1 % im Vorquartal eine befriedigende bis gute Geschäftslage. Letztlich dürfte diese Entwicklung nicht unwesentlich auf die Einflüsse des Konjunkturpaketes II zurückzuführen sein. 

Die schwach positive Entwicklung der allgemeinen Geschäftslage besitzt deutlichen Einfluss auf die Entwicklung der Beschäftigung im unterfränkischen Handwerk. Während im 1. Quartal 2009 noch 18,2 % der Betriebe auf Grund ihrer schwachen Geschäftslage Personal freistellen musste, verringerte sich diese Zahl im Berichtszeitraum auf 14,2 %. Dagegen haben 10,2 % der Unternehmen erklärt, zusätzliche Mitarbeiter eingestellt zu haben. Insgesamt bedeutet dies, dass sich der Beschäftigungsrückgang im unterfränkischen Handwerk auf 0,4 % abgebremst hat. Auch für das kommende Quartal ist lediglich eine weitere Abschwächung der Abwärtsentwicklung, aber keine Wende hin zu einem Beschäftigungsaufbau prognostiziert.

Ca. jeweils zwei Drittel der befragten Unternehmen berichten von konstanten bis überdurchschnittlich hohen Auftragsbeständen bzw. von einer konstanten oder gestiegenen Nachfrage. Im Durchschnitt reichen die Aufträge für eine Dauer von 7,5 Wochen, die Leistungskapazität der Unternehmen ist angabengemäß aktuell zu 69,5 % ausgelastet.

32,3 % der Unternehmen verzeichnen gesunkene Umsätze und erwarten etwa in gleicher Zahl eine Fortsetzung dieser Entwicklung im 3. Quartal. Ein Viertel der Betriebe haben eine Steigerung, 68,7 % eine Konstanz der Einkaufspreise festgestellt. Die Preise im Verkauf sind bei drei von vier Betrieben konstant geblieben und werden weiterhin als konstant erachtet.

Die Umsätze sind bei 32,3 % der befragten Unternehmen gesunken und bei 44,8 % unverändert geblieben. Mit steigenden Verkaufspreisen in der Zukunft rechnen augenblicklich nur 10,3 % der Betriebe.

Die Investitionsneigung ist von 27,1 % im Vorquartal auf aktuell 23,6 % gesunken, während sich die durchschnittliche Investitionssumme von 28.000 € auf 36.000 € erhöht hat. Für das nächste Quartal wird keine wesentliche Änderung des Investitionsverhaltens erwartet.

Bei regional gerichteter Betrachtung ergibt sich, dass im Raum Würzburg sieben Prozent der befragten Betriebe eine Verbesserung ihrer Geschäftslage gegenüber dem Vorquartal feststellen und nunmehr 77 % der Unternehmen ihre Geschäftslage zumindest als zufriedenstellend bezeichnen. In der Region Main-Rhön sind 71 % der Handwerksbetriebe mit ihrer Geschäftslage zufrieden, was einer Steigerung um 3 Prozentpunkte entspricht. Lediglich in der Region Bayerischer Untermain hat sich der Zufriedenheitsfaktor um 0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 70,4 % verringert, was wohl auf die unbefriedigende Marktsituation der vor allem am Untermain zahlreich vorhandenen handwerklichen Zulieferbetriebe zurückzuführen ist.

Nahezu 42 % aller unterfränkischen Betriebe der Berufe zur gewerblichen Bedarfsdeckung klagen über eine schlechte Geschäftslage, gefolgt von den Betrieben des Nahrungsmittelhandwerks, von denen 35,2 % mit ihrer geschäftlichen Situation aktuell unzufrieden sind. Einen hohen Grad an Zufriedenheit vermeldet dagegen das Baugewerbe, bei dem vier von 5 Betrieben, d.h. 80 % der Unternehmen über eine befriedigende bis gute Geschäftslage berichten. Ein vergleichbar gutes Ergebnis ermittelt sich bei der Gruppe der Ausbaugewerbe, bei denen 79,1 % der Betriebe sich mit ihrer aktuellen Lage zufrieden zeigen. Stark verbessert hat sich die Situation im Kfz-Gewerbe. Während sich im Vorquartal noch 45,4 % der Unternehmen in einer schlechten Situation befunden haben, hat sich deren Anteil aktuell auf 31,7 % verringert.

Für das III. Quartal 2009 wird seitens der unterfränkischen Handwerksbetriebe keine wesentliche Änderung der Geschäftslage prognostiziert. Nahezu identisch mit dem Lagebericht für das II. Quartal erwarten 72,8 % der Unternehmen einen guten bis befriedigenden Geschäftsgang.

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online seit 07. Aug 2009, aktualisiert am 25. Nov 2011

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