Unterfranken im Mittelfeld bei Lehrverträgen

Bis Ende September verzeichnete die Handwerkskammer für Unterfranken einen Rückgang von 7,5 Prozent der eingereichten Lehrverträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Der demographische Faktor ist bei den Bewerberzahlen nachdrücklich zu erkennen", so Hugo Neugebauer, Präsident der Handwerkskammer (Foto: Jürgen Müller)Lupe
Bis Ende September verzeichnete die Handwerkskammer für Unterfranken einen Rückgang von 7,5 Prozent der eingereichten Lehrverträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. "Der demographische Faktor ist bei den Bewerberzahlen nachdrücklich zu erkennen", so Hugo Neugebauer, Präsident der Handwerkskammer (Foto: Jürgen Müller)

6. November 2009

Bis Ende September verzeichnete die Handwerkskammer für Unterfranken 2995 eingereichte Lehrverträge für das Jahr 2009. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2008 entspricht dies einer Verminderung um 7,5 Prozent.

Derzeit sind alleine in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer für Unterfranken noch rund 200 offene Lehrstellen registriert. „Viele unserer Handwerksbetriebe wollen gerne ausbilden, finden jedoch keine geeigneten Bewerber. Und dies nicht nur bei den Berufen, die bei den jungen Menschen nicht so beliebt sind wie beispielsweise Bäcker oder Metzger", erklärt Hugo Neugebauer, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken. „Die Schere zwischen offenen Stellen und Bewerbern ist so gut wie geschlossen." Bei einem Gespräch zum Ausbildungspakt der unterfränkischen Kammern und Agenturen für Arbeit Mitte Oktober wurde festgestellt, dass derzeit lediglich unter 50 unversorgte Bewerber registriert sind. Eine Nachvermittlung wird aufgrund dieser geringen Bewerberanzahl nicht gestartet, vielmehr werden die Bewerber individuell beraten. Regional verzeichnet die Region Bayerischer Untermain/Aschaffenburg einen Rückgang der Lehrverträge um 7,3 Prozent, die Region Würzburg einen Rückgang um 6,8 Prozent und Main-Rhön/Schweinfurt einen Rückgang um 8,4 Prozent. „Würzburg als Regierungsstadt mit seinen strukturellen Besonderheiten ist und bleibt sehr stabil, während die Zahlen für den bayerischen Untermain und Main-Rhön sogar noch besser sind, als wir erwartet hätten", sagt Hugo Neugebauer. Schweinfurt mit der Großindustrie und der bayerische Untermain mit der Vielzahl an Automobilzuliefer-Betrieben sind von der Wirtschaftskrise am stärksten betroffen. Bayernweit liegt der Rückgang an eingereichten Lehrverträgen bei 7,7 Prozent.  

Demographischer Faktor

"Der demographische Faktor ist bei den Bewerberzahlen nachdrücklich zu erkennen. Es werden immer weniger Schulabgänger bei den Hauptschulen. Und von dieser kleiner gewordenen Menge entscheiden sich immer weniger für eine Ausbildung im dualen System", so Hugo Neugebauer, der auch für die kommenden Jahre diese Problematik erkennt: "Wir müssen noch stärker die jungen Menschen von den vielen Möglichkeiten, die das Handwerk bietet, überzeugen. Das Handwerk ist keine Sackgasse."

online seit 11. Nov 2009

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