Stabiler Trend bei Ausbildungsverträgen

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Handwerkskammer setzt auf Qualifizierung weiterer Beschäftigtengruppen

Mehr freie Ausbildungsplätze - weniger neuabgeschlossene Lehrverträge: Das ist in aller Kürze die Ausbildungsbilanz, die Handwerkskammer-Präsident Hugo Neugebauer und Hauptgeschäftsführer Rolf Lauer beim Jahrespressegespräch Ende Januar in der Hauptverwaltung der Handwerkskammer in Würzburg vorstellten. 3.417 im Jahr 2008 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge entsprechen einem Minus von 6,7 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2007.

Obwohl an das überragend gute Ergebnis des Vorjahres nicht angeknüpft werden konnte, zieht die Handwerkskammer für Unterfranken eine positive Jahresbilanz: „Wir stellen seit 2003 einen stabilen Trend bei der Zahl der eingehenden Lehrverträge fest," so Präsident Hugo Neugebauer. Das Engagement der Betriebe und die Aktivitäten für den Ausbildungspakt haben zu diesem soliden Stand bei den Ausbildungsverträgen geführt. Unterschiedlich sind die Ergebnisse der Ausbildungsbilanz in den drei Regionen Unterfrankens: Während in der Region Bayerischer Untermain 973 neue Verträge geschlossen wurden  (- 1,7 %), waren es in der Region Schweinfurt/Main-Rhön 1.297 Verträge (- 8,0 %). Für die Region Würzburg wurden 1.147 Verträge (- 9,0 %) neu eingetragen."

Ausbildungsquote bei 11 %

Die aktuellen Zahlen weisen auf eine Umkehrung der Lage am Ausbildungsmarkt hin: Bestand in den letzten Jahren ein deutlicher Druck, die Schulabgänger mit Ausbildungsstellen zu versorgen, so bleiben nun aufgrund schrumpfender Bewerberzahlen bzw. unpassender Bewerberprofile vermehrt Lehrstellen unbesetzt. Der demografische Wandel schlägt somit immer stärker durch. Der Wettbewerb um die geeigneten Auszubildenden erfordert neue Strategien hinsichtlich einer umfassenden Qualifizierung und Berufsorientierung in den Schulen. „Das Handwerk in Unterfranken hat sich bereits auf diese Situation eingestellt und -  teilweise gemeinsam mit der Arbeitsverwaltung - entsprechende Maßnahmen veranlasst. Die Betriebe selbst bleiben bestrebt mit einer hohen Ausbildungsquote - aktuell etwa 11 % - ihren künftigen Fachkräftebedarf zu decken", so Handwerkskammerpräsident Hugo Neugebauer zur Ausbildungsbilanz vom 31.12.2008.

Fast 70 % der Berufsanfänger kommen aus der Hauptschule

Positiv sieht die Handwerkskammer die Partnerschaft mit den Hauptschulen gesehen, aus denen etwa 70 % der Berufsanfänger im Handwerk kommen. Durch die intensivierte Berufsorientierung werde der Stellenwert dieser Schulart wieder gestärkt. So haben in den Jahren 2007 und 2008 mehr als  5.700 Schülerinnen und Schüler aus Haupt- und Realschulen ein einwöchiges Praktikum in den Werkstätten der Bildungszentren der Handwerkskammer in verschiedenen handwerklichen Berufsfeldern absolviert. Um den Jugendlichen die vielfältigen Berufsmöglichkeiten des Handwerks aufzuzeigen, bietet die Handwerkskammer dieses „Schnuppern zur Berufsorientierung" auch 2009 und in Zusammenarbeit mit den Innungen wieder an. Für das Bildungszentrum Würzburg sind bereits jetzt 1.200 teilnehmende Schüler der Vorabgangsklassen der Haupt- und Realschulen eingeplant.

Nicht alle Lehrstellen besetzt

Trotz umfassender Bemühungen konnten im Jahr 2008 nicht alle vom Handwerk angebotenen Ausbildungsplätze und EQJ-Plätze besetzt werden. Ursache ist, dass es keine Bewerber auf die Stellen gab oder interessierte Bewerber nicht geeignet waren. Zusätzlich gingen ca. 10 %, also etwa 350 Ausbildungsstellen, dadurch verloren, dass die Bewerber die Lehrstelle trotz Zusage nicht antraten. Viele Bewerber wissen nicht, dass der Karriereweg von der Berufsausbildung über die Meisterprüfung zum Studium mittlerweile jedem offen steht.

Die Attraktivität einer Karriere im Handwerk unterstreicht die seit 2006 wieder steigende Zahl an Anmeldungen zur Meisterprüfung ebenso wie die stark gestiegene Nachfrage an technischen und betriebswirtschaftlichen Qualifikationen.

Damit die Betriebe auch künftig ausreichend Fachkräfte bekommen, unterstützt die Handwerkskammer diese weiterhin durch den Einsatz von  Ausbildungsberatern sowie durch Lehrstellenakquisiteure, letztere finanziell von der Bayerischen Staatsregierung gefördert. Damit werden auf unbürokratischem Weg Jahr für Jahr neue oder zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Bei regionalen Berufsinformationsbörsen informieren die Berater der Handwerkskammer und Innungen Schüler, Eltern und Lehrer über die Attraktivität der handwerklichen Berufe.

Mit der Nachwuchskampagne „Macher gesucht" beschreitet das Bayerische Handwerk seit 2008 neue Wege, um Jugendliche auf das Handwerk und seine vielfältigen Berufsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Die „Macherkampagne 2009" startet am 1. Februar. Anmeldung ist nur über das Internet unter www.lehrlinge-fuer-bayern.de möglich. Das regionale Casting findet am 9. Mai in Würzburg statt. Die „Supermacher" werden Ende Juni in München ermittelt.

Fachkräfte für Morgen durch gezielte Vermittlung

Da bereits heute anspruchsvolle Ausbildungsstellen verloren gehen, weil sie nicht mit geeigneten Bewerbern besetzt werden können, wird die Handwerkskammer ihre Betriebe in Zukunft dabei noch stärker unterstützen. Mit dem so genannten „Matching-Programm" zur „passgenauen Vermittlung Auszubildender an ausbildungswillige Unternehmen" werden Jugendliche und Betriebe mit Unterstützung eines „Matching-Spezialisten" durch Abgleich von Anforderungs- und Qualifikationsprofilen passgenau zusammengeführt. Dieses Programm wird aus Bundes- und ESF-Mitteln gefördert.

Für 2009 appelliert die Handwerkskammer für Unterfranken an alle ihre Betriebe, in ihren Bemühungen für die Ausbildung der eigenen Fachkräfte nicht nachzulassen und die beratende Unterstützung der Handwerkskammer zu nutzen. Des weiteren sollten die Handwerksbetriebe, sofern sie von der negativen Konjunkturentwicklung direkt betroffen sind, die Phase einer schwächeren Kapazitätsauslastung dazu nutzen, ihre Mitarbeiter weiterzuqualifizieren. Dafür stehen bei den Agenturen für Arbeit verschiedene Sonderprogramme zur Verfügung.

In Zeiten konjunktureller Unsicherheit ist es wichtiger denn je, dem demografisch bedingten Rückgang der Bewerberzahlen und dem damit mittel- und langfristig prognostizierten Fachkräftemangel mit gezielten Maßnahmen und den sich daraus ergebenden Chancen zu begegnen.

Seite aktualisiert am 10. November 2011online seit 05. Februar 2009

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