Konjunkturlage im 1. Quartal 2009

Konjunkturelle Entwicklung des Handwerks in Unterfranken (Geschäftsklimaindex) / © Andreas KlaegerLupe
Konjunkturelle Entwicklung des Handwerks in Unterfranken (Geschäftsklimaindex) / © Andreas Klaeger

Wirtschaftliche Lage des unterfränkischen Handwerks im 1. Quartal 2009

Stabiles Konjunkturklima im regionalen Handwerk - Schwierige Lage bei den gewerblichen Dienstleistern - Trotz rückläufiger Umsätze zuversichtliche Erwartungen

Das unterfränkische Handwerk schaffte im 1. Quartal nur einen verhaltenen Start ins Jahr 2009. Der übliche Frühjahrsaufschwung ist ausgeblieben. Das Konjunkturbarometer übersteigt nur minimal das Niveau zum Jahreswechsel. Insgesamt befindet sich das Handwerk in Unterfranken - bei teilweise erheblichen Branchenunterschieden - in einer noch befriedigenden Verfassung. Wenn überhaupt, so kann - bezogen auf das gesamte Handwerk - momentan nur von einer Wirtschaftsschwäche, keinesfalls aber von einer Krise gesprochen werden.

Die Handwerksbetriebe in Unterfranken erwarten für das aktuelle Quartal keine weitere Verschlechterung, sondern - bei weitgehend konstanten Beschäftigtenzahlen - eine Stabilisierung der aktuellen Geschäftslage. Damit beweist das regionale Handwerk erneut seine stabilisierende Wirkung in Krisenzeiten. 

Drei wesentliche Faktoren behindern eine günstigere Entwicklung: Der lange Winter hemmte die Frühjahrsbelebung im Bauhauptgewerbe, das Ausbauhandwerk verspürt einen deutlichen Rückgang bei neuen Aufträgen und die Handwerke für die gewerblichen Dienstleistungen, speziell die Zulieferer aus dem Metall- und Maschinenbau, sind zu einem großen Teil in den Sog der Wirtschaftskrise geraten. Insgesamt betrachtet kann das Handwerk in Unterfranken nicht in den allgemeinen Tenor von Negativmeldungen und düsteren Prognosen einstimmen. Denn die Auftragsreichweiten liegen mit durchschnittlich 7,4 Wochen deutlich über dem Vorjahresniveau (= 6,8 Wochen). Und auch der Konsum funktioniert recht gut: Die Zufriedenheit der Nahrungsmittel- und Gesundheitshandwerker liegt deutlich über dem Niveau des Vorjahrs.

Der Beschäftigtenabbau fiel mit einem (saisonüblichen) Minus von 0,9 % gegenüber -0,7 % im Vorjahr, vergleichsweise gering aus. Kurzarbeit wird nach Aussagen der unterfränkischen Arbeitsagenturen beim Handwerk weniger in Anspruch genommen als in anderen Wirtschaftszweigen.

Konkret stellt sich die Lage in Unterfranken wie folgt dar: 21 % der Handwerksunternehmer bezeichnen ihre Geschäftslage Ende März als gut, 30 % als schlecht. Beim Saldo „gut minus schlecht" überwiegen somit erstmals seit zwei Jahren wieder die negativen Äußerungen. Vor einem Jahr war der Saldo exakt ausgeglichen. Nur noch 14 % der Betriebe melden gestiegene Auftragseingänge gegenüber dem Vorquartal (= Vq; Vj = 18 %). Der Anteil investierender Handwerksbetriebe lag mit 27 % leicht über dem Vorjahreswert (25 %). An der Konjunkturumfrage für das 1. Quartal 2009 hatten sich 472 Handwerksbetriebe aus 39 Berufen beteiligt.

Nur geringe Unterschiede kennzeichnen die drei Regionen Unterfrankens: Das günstigste Geschäftsklima - leicht besser als im Vorquartal - herrscht mit 71 % zumindest zufriedenen Betrieben in der Region Würzburg. Dicht gefolgt vom Bayerischen Untermain mit 70 % (Vq = 72 %) und der Region Schweinfurt/Main-Rhön mit 69 % (= Vorquartal).  

Die Entwicklung des Geschäftsklimas in den sieben untersuchten Handwerkszweigen ist gegenüber dem Vorjahr bzw. dem Vorquartal heterogen wie selten: Ein regelrechter Absturz im Jahresvergleich von Platz 1 auf Platz 7 kennzeichnet die Betriebe aus dem Bereich der Metallverarbeitung und des Maschinenbaus. Deutlich negativer als vor einem Jahr ist die Stimmungslage bei den Betrieben des Ausbauhandwerks. Geringe Unterschiede bestehen  im Bauhauptgewerbe und bei den Kfz-Betrieben. Ein markant günstigeres Geschäftsklima als vor einem Jahr melden die Betriebe des Nahrungsmittelhandwerks und der Gesundheitsberufe.

Die Weltwirtschaftskrise beeinflusst auch das Handwerk in Unterfranken. Die seit Jahren bestehende „gespaltene Handwerkskonjunktur" hat sich allerdings ins Gegenteil verkehrt: Boomten bisher die investiven Handwerksberufe bei zugleich lahmendem Konsum, so bildet sich aktuell der Konsum als Triebfeder für die Handwerkskonjunktur heraus. Dies ist eine allerdings sehr labile Konstellation. Sobald Kurzarbeit in Arbeitslosigkeit umschlägt, droht auch der Konsum deutlich einzubrechen.

Seite aktualisiert am 25. November 2011online seit 28. April 2009

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