Handwerkskammer begründet Initiative "Schneller Kredit für das Handwerk" in Unterfranken

Ausreichende Liquidität und die schnelle Versorgung mit Finanzmitteln verschafft heute Betrieben die oftmals entscheidenden Wettbewerbsvorteile. Erfolgreiche Kreditverhandlungen gehören deshalb zu den sensibelsten Bereichen der Unternehmensführung. Diese gestalten sich jedoch durch gesetzliche Auflagen - nicht nur Basel II - speziell für kleine und mittlere Betriebe aufwändig und schwierig.

In längstens zehn Tagen zur Kreditentscheidung

Auf der einen Seite klagen Kreditinstitute über unvollständige und nicht hinlänglich aktuelle Unterlagen von Unternehmerseite, während auf der anderen Seite die Betriebe reklamieren, dass die Banken im Lauf der Verhandlungen immer noch mehr Unterlagen und Informationen nachfordern, die Bearbeitung schleppend vorangeht und die letztlich getroffene Entscheidung oftmals nicht transparent genug ist.

Dieses Dilemma zu lösen hat sich nun die Handwerkskammer für Unterfranken zur Aufgabe gemacht. Gemeinsam mit dem Verband der Genossenschaftsbanken sowie den Sparkassen in Unterfranken wurde ein Konzept erarbeitet, das unter Mitwirkung der Handwerkskammer eine Kreditentscheidung innerhalb von zehn Tagen ermöglicht. Die Initiative läuft unter dem Namen "Schneller Kredit für das Handwerk".

Gedacht ist dabei allerdings nicht an Problemkredite wie Sanierungen oder Krisenfälle sondern an Investitionsfinanzierungen, Betriebsmittelkredite, Kreditverlängerungen und natürlich Existenzgründungsfinanzierungen. Zwar kann eine positive Kreditentscheidung nicht garantiert werden, aber die Bedingungen werden klarer und die Entscheidungen schneller und transparenter sein.

Unterfränkische Sparkassen und Genossenschaftsbanken als Partner

Als Dienstleister für die nahezu 18.000 Handwerksbetriebe in Unterfranken sieht es die Handwerkskammer für Unterfranken als wesentliche Aufgabe, den Unternehmen in diesem existenziell wichtigen Bereich zur Seite zu stehen. „Die betriebswirtschaftlichen Berater der Kammer bieten unseren Unternehmen nicht nur eine kompetente, unbürokratische und vor allen Dingen neutrale Beratung an, sie ist auch für HWK-Unternehmen kostenfrei," erläutert Handwerkskammer-Präsident Walter Stoy die Intention der Handwerkskammer, diese Kooperation einzugehen.

Dass gerade die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken dieses Vorhaben unterstützen verwundert nicht, denn nahezu 90 % der Finanzierungen im Handwerk laufen über diese Kreditinstitute. "Diese Banken kommen aus der Region und haben auch ein echtes Interesse an unseren Mitgliedsbetrieben," lobt Stoy die Zusammenarbeit. Von Seiten der Handwerkskammer für Unterfranken wird angestrebt, dass dieses Projekt von allen unterfränkischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken flächendeckend mit getragen wird. Erste positive Reaktionen von Seiten der Sparkassen und Genossenschaftsbanken liegen bereits vor.

Einfacher Ablauf

Der Ablauf gestaltet sich denkbar einfach. In einem ersten Gespräch zwischen Unternehmer und Bank wird anhand einer Checkliste geklärt, welche Unterlagen und Informationen für die Kreditentscheidung erforderlich sind. Im zweiten Schritt kann sich nun der betriebswirtschaftliche Berater der Handwerkskammer einschalten, um den Betrieb bei der Erstellung der Unterlagen zu unterstützen. Ab dem Zeitpunkt der vollständigen Einreichung der Akten trifft die Bank nun im Rahmen ihrer Kreditstrategie innerhalb von maximal zehn Tagen eine Entscheidung. Sollte das Bankinstitut den Kreditantrag ablehnen, erfährt der Unternehmer bei einem qualifizierten Gespräch mit dem Bankinstitut die sachliche Begründung der negativen Kreditentscheidung.

Die Vorteile für die Handwerksbetriebe liegen auf der Hand: Der potentielle Kreditnehmer kann sich durch Vorlage qualifizierter Unterlagen ganz anders als Partner positionieren, besser auf die Gespräche vorbereiten und erhält eine schnellere und nachvollziehbare Entscheidung. Doch auch die Banken können mit dieser pragmatischen Abwicklung Kredite effizienter bearbeiten und daher schneller entscheiden. Das Instrument des "Schnellen Kredits für das Handwerk", so der Titel der Initiative, ist besonders für Investitionsfinanzierungen, Betriebsmittelkredite, Kreditverlängerungen bzw. Existenzgründungen, also für das laufende Geschäft gedacht. Problemkredite wie Sanierungen oder Krisenfälle fallen nicht darunter. Ebenso kann eine positive Kreditentscheidung nicht garantiert werden.

Nähere Informationen erhalten Sie bei einer unserer betriebswirtschaftlichen Beratungsstellen:

Beratungsstelle Würzburg
Beratungsstelle Schweinfurt
Beratungsstelle Bad Neustadt/Saale
Beratungsstelle Aschaffenburg

Seite aktualisiert am 29. August 2012online seit 08. Juni 2006

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