Ausbildungsprämie | Hilfsprogramm Corona-Krise
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Ausbildungsplätze sichern mit staatlicher Förderung

Hilfsprogramm der Bundesregierung für Ausbildungsbetriebe - Beantragung der "Ausbildungsprämie" - Deutliche Verbesserung für Betriebe ab Dezember 2020

Das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" ermöglicht eine finanzielle Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in erheblichem Maße von der COVID 19-Pandemie betroffen sind. Die Antragsstellung ist ab dem 3. August über die regionalen Agenturen für Arbeit möglich.

Die einzelnen Maßnahmen zielen darauf ab, Ausbildungskapazitäten zu erhalten, Kurzarbeit für Auszubildende zu vermeiden, Auftrags- und Verbundausbildung zu fördern und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz zu schaffen. Insgesamt sollen über das Programm bis zu 500 Millionen Euro für das Ausbildungsjahr 2020/2021 bereitgestellt werden. Als Betrieb geben Sie den jungen Menschen mit einer Ausbildung Sicherheit. Bitte warten Sie nicht mit dem Abschluss von Ausbildungsverträgen und sichern Sie sich jetzt Ihre Fachkräfte von morgen.

Welche finanziellen Unterstützungsleistungen das Hilfsprogramm im Detail vorsieht, erfahren Sie auf dieser Seite.

Aktuelle Änderungen zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ (Dezember 2020):

Die Förderung von Ausbildungsplätzen wurde rückwirkend deutlich verbessert, die Bedingungen zur Antragsberechtigung erheblich vereinfacht. Insbesondere der Zugang zur Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus wurde erleichtert. In der ersten Änderung der Förderrichtlinie, die am Freitag, 11. Dezember 2020 in Kraft getreten ist, wurden die vier maßgeblichen Fördermaßnahmen, die bislang nur auf wenige Handwerksbetriebe zutrafen, angepasst und verlängert.

  • Die zu erfüllenden Voraussetzungen bezüglich des Umsatzeinbruches wurden angepasst und der Zeitraum erweitert.
  • Ausbildungen, die ab dem 24.Juni 2020 begonnen haben werden nun ebenso miteinbezogen.
  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit in der Ausbildung werden bis einschließlich Juni 2021 verlängert.
  • Die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsstelle wegen pandemiebedingter Insolvenz verlorengegangen ist, wird künftig unabhängig von der Betriebsgröße gefördert.
  • Die Änderungen gelten auch rückwirkend. Sollte ein bereits abgelehnter Antrag nun die Förderbedingungen erfüllen, muss hier ein neuer Antrag bei der Agentur für Arbeit gestellt werden.

Details zu den Neuerungen sind bei den jeweiligen untenstehenden Punkten eingearbeitet.



Ausbildungsprämie bei Erhalt bzw. Erhöhung des Ausbildungsniveaus

Betriebe, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, sollen für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro Ausbildungsprämie erhalten.

Wer seine Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht, erhält für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro Ausbildungsprämie.

Voraussetzungen in beiden Fällen sind:

  • Der Betrieb ist in erheblichem Umfang von COVID-19-Krise betroffen
  • Das beantragende Unternehmen muss im Zeitraum April bis Dezember 2020 mind. 1 Monat Kurzarbeit oder in mind. zwei zusammenhängenden Monaten 50 % Umsatzeinbruch bzw. in mind. 5 zusammenhängenden Monaten mind. 30% Umsatzeinbruch zum Vorjahr verkraften. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind kann in beiden Varianten alternativ der Durchschnitt des jeweiligen Zeitraums für 2020 mit dem Durchschnitt der Umsätze der Monate November und Dezember 2019 verglichen werden.
  • Auszahlung nach erfolgreicher Probezeit
  • Relevant ist ein Ausbildungsbeginn im Ausbildungsjahr 2020/2021 (Beginn ab 24.06.2020)

 

Wichtig: Die Ausbildungsprämie kann für Ausbildungsverträge beantragt werden, die im Zeitraum von 24.06.2020 bis 15.02.2021 beginnen. 



Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung

Betriebe, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder*innen nicht in Kurzarbeit bringen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung gefördert. Die Förderung erfolgt für jeden Monat, in dem im gesamten Betrieb ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent zu verzeichnen ist.

Die Förderung ist befristet auf Zeiten bis 30. Juni 2021.



Auftrags- und Verbundausbildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat am 30. Oktober 2020 eine zweite Förderrichtlinie zur Auftrags- und Verbundausbildung im Rahmen des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ veröffentlicht.

Die zweite Förderrichtlinie regelt die Verbund- und Auftragsausbildung. Betriebe und Bildungsstätten, die vorübergehend Auszubildende von Ausbildungsbetrieben übernehmen, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen sind, können gefördert werden.

Gefördert werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU), überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende temporär übernehmen, wenn der ursprüngliche Ausbildungsbetrieb vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist. Der aufnehmende Betrieb oder die Bildungsstätte kann eine einmalige Prämie in Höhe von 4.000 Euro für jeden interimsweise übernommenen Auszubildenden beantragen.

  Ab sofort kann die Förderung von Auftrags- und Verbundausbildungen bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) unter  www.kbs.de/bpa beantragt werden. Hier finden sie umfassende Informationen zu Voraussetzungen, Formulare zur Antragstellung und sonstige Antworten.

 Förderfähig sind Anträge bis zum 30. Juni 2021.



Übernahmeprämie

Ausbildungsbetriebe, die Auszubildende aus coronabedingt insolventen Betrieben (Insolvenzantrag bis 30.06.2021) bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten pro aufgenommenen Auszubildenden eine Übernahmeprämie von 3.000 Euro je Auszubildendem.

 Eine Förderung ist befristet auf Zeiten bis zum 30. Juni 2021.



Wer kann die Förderung beantragen?

Die Unterstützungsmaßnahmen richten sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Beschäftigten (Vollzeitäquivalent), die durch die Corona-Krise betroffen sind. Pro Ausbildung wird nur eine Prämie gezählt. Bei der Beantragung der Übernahmeprämie ist die Betriebsgröße nicht auf KMU Betriebe (bis 249 Mitarbeiter) begrenzt. Die Inanspruchnahme anderer Förderprogramme des Bundes oder der Länder mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt ist nicht möglich. Darüber hinaus gelten je nach Inanspruchnahme der jeweiligen Fördermaßnahme weitere Voraussetzungen. Sie entscheiden, welche Förderung Sie in Anspruch nehmen wollen!

Wo können die Anträge gestellt werden?

Am 31. Juli 2020 wurde die erste Förderrichtlinie zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ im Bundesanzeiger veröffentlicht. Anträge können ab dem 03. August 2020 über die jeweils lokal zuständige Agentur für Arbeit gestellt werden. Auf der entsprechenden  Webseite der Agentur für Arbeit der Prozess genau beschrieben und Formulare zum Download erhältlich. 



Bei Fragen und für einen telefonischen Kurz-Check, ob sich die Antragsstellung für Sie und Ihren Betrieb lohnt, steht Ihnen das Team der Ausbildungsabteilung gerne zur Verfügung:

 Ihre Ansprechpartner