Ausbildungsprämie | Hilfsprogramm Corona-Krise
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Ausbildungsplätze sichern mit staatlicher Förderung

Hilfsprogramm für Ausbildungsbetriebe: Ab sofort verbesserte Fördermöglichkeiten

Das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" ermöglicht eine finanzielle Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die in erheblichem Maße von der COVID 19-Pandemie betroffen sind. Die Antragsstellung erfolgt über die regionalen Agenturen für Arbeit.

Die einzelnen Maßnahmen zielen darauf ab, Ausbildungskapazitäten zu erhalten, Kurzarbeit für Auszubildende zu vermeiden, Auftrags- und Verbundausbildung zu fördern und Anreize zur Übernahme im Falle einer Insolvenz zu schaffen.

Als Betrieb geben Sie den jungen Menschen mit einer Ausbildung Sicherheit. Bitte warten Sie nicht mit dem Abschluss von Ausbildungsverträgen und sichern Sie sich jetzt Ihre Fachkräfte von morgen.

Welche finanziellen Unterstützungsleistungen das Hilfsprogramm im Detail vorsieht, erfahren Sie auf dieser Seite.

Aktuelle Änderungen zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“:

Für Ausbildungsverträge mit Ausbildungsbeginn ab 1. Juni 2021 treten Verbesserungen in Kraft. Die Förderung von Ausbildungsplätzen wurde verbessert, die Bedingungen zur Antragsberechtigung erheblich vereinfacht. Insbesondere der Zugang zur Ausbildungsprämie bei Erhalt des Ausbildungsniveaus wurde erleichtert. In der zweiten Änderung der Ersten Förderrichtlinie, die am Dienstag, 23. März 2021 in Kraft getreten ist, wurden die vier maßgeblichen Fördermaßnahmen, die bislang nur auf wenige Handwerksbetriebe zutrafen, angepasst und verlängert.

  • Die zu erfüllenden Voraussetzungen bezüglich des Umsatzeinbruches wurden erleichtert.
  • Für Ausbildungen, die ab dem 01.Juni 2021 starten, greift die neue Förderrichtline.
  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit in der Ausbildung werden bis einschließlich Dezember 2021 verlängert.
  • Zuschüsse zu Ausbildervergütungen ab März 2021 bis Dezember 2021
  • Die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsstelle wegen pandemiebedingter Insolvenz oder Kündigung verlorengegangen ist, wird künftig unabhängig von der Betriebsgröße gefördert.
  • Die Änderungen gelten auch rückwirkend. Sollte ein bereits abgelehnter Antrag nun die Förderbedingungen erfüllen, muss hier ein neuer Antrag bei der Agentur für Arbeit gestellt werden.

 Hier finden Sie eine Übersicht zu Details der Neuerungen zur Ausbildungsprämie (plus), zum Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen, zum Zuschuss zur Vermeidung von Kurzarbeit sowie zur Übernahmeprämie



Ausbildungsprämie bei Erhalt bzw. Erhöhung des Ausbildungsniveaus

Betriebe, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, sollen für jeden für das Ausbildungsjahr 2021 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 4.000 Euro Ausbildungsprämie erhalten.

Wer seine Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht, erhält für jeden für das Ausbildungsjahr 2021 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 6.000 Euro Ausbildungsprämie.

Voraussetzungen in beiden Fällen sind:

  • Der Betrieb ist in erheblichem Umfang von COVID-19-Krise betroffen
  • Das beantragende Unternehmen muss seit Januar 2020 Kurzarbeitergeld bezogen haben (kein Mindestzeitraum) oder mind. 1 Monat 30 % Umsatzrückgang seit April 2020 im Vergleich zum jeweiligen Monat 2019 haben.
  • Auszahlung nach erfolgreicher Probezeit
  • Relevant ist ein Ausbildungsbeginn im Ausbildungsjahr 2021/2022 (Beginn ab 01.06.2021 bis 15.02.2022)

 Wichtig:

Die höhere Ausbildungsprämie kann für Ausbildungsverträge beantragt werden, die im Zeitraum ab dem 01.06.2021 beginnen. 

 Hier gelangen Sie zu den Anträgen auf der Webseite der Agentur für Arbeit



Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung

Betriebe, die trotz relevanten Arbeitsausfalls ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder*innen nicht in Kurzarbeit bringen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung bzw. 50 Prozent der Ausbildervergütung gefördert. Die Förderung erfolgt für jeden Monat, in dem die Agentur für Arbeit Kurzarbeitergeld leistet.

Für Betriebe bei denen der Zuschuss zur Ausbildungsvergütung von August 2020 bis März 2021 abgelehnt wurde, weil die Anzeige der Fortsetzung der Berufsausbildung nicht oder nicht rechtzeitig erfolgte ist rückwirkend eine Neubeantragung möglich.

Die Förderung ist  befristet auf Zeiten von April 2021 bis 31.12.2021.



Auftrags- und Verbundausbildung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat am 23. März 2021 die zweite Änderung der ersten Förderrichtlinie zur Auftrags- und Verbundausbildung im Rahmen des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern" veröffentlicht.

Die zweite Änderung der ersten Förderrichtlinie regelt die Verbund- und Auftragsausbildung. Betriebe und Bildungsstätten, die vorübergehend Auszubildende von Ausbildungsbetrieben übernehmen, die wirtschaftlich von der Pandemie betroffen sind, können gefördert werden.

Gefördert werden kleine und mittlere Unternehmen (KMU), überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende temporär übernehmen, wenn der ursprüngliche Ausbildungsbetrieb vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Einschränkungen betroffen ist. Der aufnehmende Betrieb oder die Bildungsstätte kann eine einmalige Prämie in Höhe von 6.000 Euro für jeden interimsweise übernommenen Auszubildenden beantragen.

Ab sofort kann die Förderung von Auftrags- und Verbundausbildungen bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) unter  www.kbs.de/bpa beantragt werden. Hier finden sie umfassende Informationen zu Voraussetzungen, Formulare zur Antragstellung und sonstige Antworten.

 Förderfähig sind Anträge bis zum 31. Dezember 2021.



Übernahmeprämie

Ausbildungsbetriebe, die Auszubildende aus coronabedingt insolventen Betrieben (Insolvenzantrag bis 31.12.2021) bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten pro aufgenommenen Auszubildenden eine Übernahmeprämie von 6.000 Euro je Auszubildenden.

Diese Prämie erhalten auch Betriebe die einen Auszubildenden nach einer Kündigung oder einem Aufhebungsvertrag einstellen wenn er in seinem ehemaligen Ausbildungsbetrieb coronabedingt seine Ausbildung nicht beenden kann.

 Eine Förderung ist befristet auf Zeiten April 2021 bis 31. Dezember 2021.



Wer kann die Förderung beantragen?

Die Unterstützungsmaßnahmen richten sich an Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten (Vollzeitäquivalent), die durch die Corona-Krise betroffen sind. Pro Ausbildung wird nur eine Prämie gezahlt. Bei der Beantragung der Übernahmeprämie ist die Betriebsgröße nicht auf KMU Betriebe (bis 499 Mitarbeiter) begrenzt. Die Inanspruchnahme anderer Förderprogramme des Bundes oder der Länder mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt ist nicht möglich. Darüber hinaus gelten je nach Inanspruchnahme der jeweiligen Fördermaßnahme weitere Voraussetzungen. Sie entscheiden, welche Förderung Sie in Anspruch nehmen wollen!

Wo können die Anträge gestellt werden?

Am 31. Juli 2020 wurde die erste Förderrichtlinie zum Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ im Bundesanzeiger veröffentlicht. Anträge können seither über die jeweils lokal zuständige Agentur für Arbeit gestellt werden. Auf der entsprechenden  Webseite der Agentur für Arbeit ist der Prozess genau beschrieben und Formulare sind zum Download erhältlich.



Bei Fragen und für einen telefonischen Kurz-Check, ob sich die Antragsstellung für Sie und Ihren Betrieb lohnt, steht Ihnen das Team der Ausbildungsabteilung gerne zur Verfügung:

 Ihre Ansprechpartner