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Heß
Eingespieltes Team: Lena und Julian Suppelt ¿ beide Anfang 30 ¿ machten den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihre Schreinerei in Haßfurt ist auf Zulieferungen für andere Handwerksbetriebe spezialisiert.

Existenzgründung: Ein eingespieltes Team

"Suppelt CNC" – Als sie das erste Mal ihren Namen auf dem Schild an der Tür lasen, waren sie wirklich stolz, erzählen Julian und Lena Suppelt. Im April 2018 machte sich das Ehepaar mit der eigenen Schreinerei selbstständig. Ein Schritt, der lange geplant und gut vorbereitet war. Heute – gut ein Jahr später – haben Julian und Lena Suppelt als selbständige Handwerksunternehmer Fuß gefasst. Ihr Beispiel zeigt, dass eine erfolgreiche Existenzgründung fachlichen Background ebenso braucht, wie den Mut, Verantwortung zu übernehmen.

Vorausdenken und vorausgehen

Ortstermin in Haßfurt: Die Firma Suppelt CNC ist im hinteren Teil der Produktionshallen einer größeren Schreinerei angesiedelt. Hier, beim früheren Arbeitgeber von Julian Suppelt, hat sich das junge Unternehmen eingemietet. "Das verschafft uns gleich mehrere Vorteile", erklärt der Schreinermeister, denn neben den eigenen Maschinen kann er auch die Maschinen der Großschreinerei stundenweise nutzen und auf diese Weise flexibler Aufträge annehmen. "Existenzgründer müssen Wettbewerbsvorteile wie diese erkennen und sich verschaffen", betont auch Wolfgang Stumpf. Der Betriebsberater der Handwerkskammer für Unterfranken hat Julian und Lena Suppelt bei der Existenzgründung begleitet. Dieses kostenfreie Beratungsangebot steht grundsätzlich allen Handwerkerinnen und Handwerkern offen, die sich selbstständig machen möchten. Bei der Beratung gehe es oftmals darum, flankierend und unterstützend zu begleiten, denn "in der Regel sind Existenzgründer im Handwerk heute sehr gut vorbereitet", sagt Wolfgang Stumpf.

Beratungsmöglichkeiten für Existenzgründer

Die betriebswirtschaftliche Beratung für Existenzgründer im Handwerk ist wesentlicher Bestandteil der handwerklichen Gewerbeförderung. Handwerksbetriebe können diese Beratung jederzeit in Anspruch nehmen.

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Die richtige Idee

So war es auch im Fall von Lena und Julian Suppelt, die bereits mit einer sehr konkreten Geschäftsidee an den Betriebsberater herantraten. "Wir haben uns dafür entschieden, als Schreiner für das Handwerk zu arbeiten. Das bedeutet, dass wir Schreinern ohne großen Maschinenpark und als verlängerte Werkbank bei Auftragsspitzen aushelfen", erläutert Lena Suppelt. An ihren Ausführungen wird deutlich, dass sie und ihr Mann das Unternehmen gleichberechtigt führen. Als Betriebswirtin des Handwerks bringt Lena Suppelt dafür ebenso den fachlichen Background mit wie ihr Mann als Schreinermeister.

Die richtigen Rahmenbedingungen

Neben dem fachlichen Hintergrund brauche es für eine erfolgreiche Existenzgründung aber auch die persönlich richtigen Voraussetzungen, erklärt Betriebsberater Wolfgang Stumpf: "Dazu zählen geistige und gesundheitliche Belastbarkeit, Flexibilität und die Bereitschaft, mehr als nur acht Stunden pro Tag zu arbeiten." Beim letzten Punkt müssen Julian und Lena Suppelt schmunzeln, denn auch für sie hat der Arbeitstag meist nicht genügend Stunden. Trotzdem investieren beide ihre Zeit und Arbeitskraft gern. Das funktioniert auch deshalb gut, weil sie sich voll und ganz der eigenen Firma verschrieben haben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Mitarbeiter. "Als unser erster Mitarbeiter seinen Arbeitsvertrag unterschrieb, war das für uns ein großer Schritt. Denn dabei wurde uns die soziale Verantwortung als Unternehmer zum ersten Mal so richtig bewusst", erinnert sich das Ehepaar.

Nach gut einem Jahr in der Selbstständigkeit tragen sich Julian und Lena Suppelt mittlerweile leichter mit diesem Gedanken. Denn sie sind angekommen als Unternehmer, wollen anpacken und gestalten. Das wird ganz deutlich, als die beiden zum Schluss durch die Werkhalle gehen, die Maschinen und fertige Kundenaufträge zeigen, die Mitarbeiter vorstellen. Da ist er wieder, der Stolz auf das, was sie als Existenzgründer im Handwerk geschafft haben. Und er ist heute noch viel größer als vor einem Jahr  beim Blick auf das Firmenschild an der Tür.

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Schreinermeister Julian Suppelt (links) und seine Frau Lena (rechts) geben Betriebsberater Wolfgang Stumpf (Mitte) einen Einblick in aktuelle Projekte.