Blick auf Würzburg und den Main
Congress-Tourismus-Würzburg, Fotograf: A. Bestle

Regionales Mobilitätskonzept gefordert

Anlässlich des Bürgerentscheids über eine künftige Bewirtschaftung des Parkplatzes auf der Würzburger Talavera betonen die Handwerkskammer für Unterfranken und die IHK Würzburg-Schweinfurt, dass es zeitnah vor allem regionale Ansätze brauche, um die seit Langem bestehenden Mobilitäts-Herausforderungen im Raum Würzburg zu lösen.

Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit sind knapp zwei Drittel der rund 93.000 in Würzburg sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Einpendler. Deren Zahl hat in den vergangenen Jahren sogar noch einmal deutlich zugenommen, von rund 50.000 im Jahr 2011 auf inzwischen fast 60.000 im Jahr 2021. "Die regionalen Unternehmen sind auf eine gute Erreichbarkeit Würzburgs angewiesen. Andernfalls verliert die Stadt an Attraktivität als Wirtschafts- und Betriebsstandort", erklärt Dr. Sascha Genders, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. Wichtiger Faktor sei in diesem Zusammenhang die Anbindung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Stadt-Umland-Bereich. Hierzu bedürfe es eines regionalen Gesamtkonzeptes, das Angebote nicht nur am aktuellen Bedarf, sondern auch an den noch offenen Potenzialen ausrichtet.

Nur wenn für alle potenziellen Besuchergruppen – vom Arbeitnehmer über den Mobilitätseingeschränkten bis hin zum Einzelhandelskunden – eine attraktive Alternative bestehe, könne auf den eigenen Pkw verzichtet werden. Dem pflichtet Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken, bei und ergänzt: "Trotzdem muss weiterhin die Erreichbarkeit Würzburgs für Unternehmen, die dort Aufträge ausführen, auch mit motorisierten Fahrzeugen gesichert bleiben. Das ist nicht zuletzt für das Handwerk lebensnotwendig. Und auch im Bereich der Warenlogistik braucht es neue Konzepte, um mit mehr Effizienz weniger Verkehr bei der Belieferung auf der letzten Meile zu schaffen."

Die beiden Wirtschaftskammern appellieren zudem, dass in der Region Würzburg endlich ein Park-&-Ride-Konzept erarbeitet und umgesetzt wird. Um die Akzeptanz verkehrspolitischer Maßnahmen für Wirtschaft und Gesellschaft zu sichern, sei es wichtig, den aktuellen Herausforderungen zügig zu begegnen und zuerst die dringend erforderlichen Maßnahmen umzusetzen. Wichtig sei explizit die richtige Reihenfolge der Schritte, wie beide Kammern erneut unterstreichen. Die anstehende Entscheidung rund um die Bewirtschaftung der Talavera und die Diskussionen darüber würden zeigen, dass vor Beschränkungen der Erreichbarkeit stets ein alternatives Mobilitätsangebot geschaffen und kommuniziert werden müsse. Die Kammern haben sich hierbei klar dahingehend positioniert, dass – neben der richtigen Reihenfolge der Maßnahmen – nur ein ganzheitliches Konzept unter Einbeziehung der Region Sinn macht. Ein kleinteiliges und regionales Stückwerk führe ansonsten nicht zu einer echten und nachhaltigen Lösung.