Jule Rombey und ihr Vater Frank (rechts): Am Arbeiten im Familienbetrieb schätzt die 20-Jährige vor allem die familiäre Atmosphären und die Vielfalt.
Peter Büscher Fotoart
Jule Rombey und ihr Vater Frank (rechts): Am Arbeiten im Familienbetrieb schätzt die 20-Jährige vor allem die familiäre Atmosphären und die Vielfalt.

Schreinermeisterin mit Botschaft

Knapp 500 Kilometer liegen zwischen Selfkant nahe der niederländischen Grenze, dem Heimatort von Jule Rombey, und Unterfranken. Eine Distanz, die sich gut mit einem Videoanruf überbrücken lässt, über diesen führt die Deutsche Handwerks Zeitung dieses Interview mit der 20-Jährigen. Jule Rombey hat die Strecke in den letzten Monaten auch persönlich aufgenommen – für ihr bislang wichtigstes Karriereziel. An der Schreinermeisterschule in Ebern im Landkreis Haßberge absolvierte sie die Weiterbildung zur Meisterin. Jule Rombey ist auch Botschafterin der Imagekampagne des Handwerks. Als angehende Schreinermeisterin kommuniziert sie in dieser Rolle auf Augenhöhe. Sie weiß und zeigt, wie ein Handwerksberuf die Persönlichkeit prägt und welche Chancen das Handwerk bietet.

Interview: Nadine Heß



Frage: „Wir wissen, was wir tun“ – so lautet das aktuelle Motto der Imagekampagne des Handwerks. Was bedeutet dieser Satz für Sie in Verbindung mit dem Handwerk?

Jule Rombey: Dieser Satz drückt aus, was wir als Handwerkerinnen und Handwerker in unserem Beruf sind: Wir sind Fachleute und top ausgebildet. Wir gehen jedes Projekt mit dem Ziel an, das bestmögliche Ergebnis zu erreichen und wollen uns somit auch immer weiter verbessern. Die Kunden können von uns Leistung erwarten und das ist auch unser eigener Anspruch als Handwerkerinnen und Handwerker.

Die Imagekampagne des Handwerks hat unter anderem zum Ziel, junge Menschen auf die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk aufmerksam zu machen. Wie kam es denn bei Ihnen zur Entscheidung, Schreinerin zu werden?

Das wollte ich schon als Kind. Mein Vater hat einen eigenen Betrieb und seine Werkstatt war früher bei uns auf dem Grundstück. Dort durfte ich immer dabei sein. Wir haben auch viel gemeinsam gebaut, ein Baumhaus zum Beispiel. Da entstand bei mir der Wunsch, das auch beruflich zu machen. Als ich Teenager war hat mein Papa eine Werkhalle gebaut und die Firma vergrößert. Das war für mich dann der ausschlaggebende Punkt, meine Ausbildung in seinem Betrieb zu machen.

Was ist für Sie das Besondere daran, im Familienbetrieb zu arbeiten?

Ich schätze daran einerseits das Familiäre. Wir sind mehr als nur Arbeitskollegen, man kennt sich und kann sich aufeinander verlassen. Andererseits sind in einem kleinen Familienbetrieb auch alle in der Verantwortung. Jeder übernimmt die gleichen Aufgaben, hat Kundenkontakt, ist in der Fertigung, der Montage tätig. Das ist eine eingeschworene Gruppe und macht das Arbeiten einfach angenehm.

Sehen Sie das Handwerk auf einem guten Weg, bei Jugendlichen wieder stärker als mögliche Karriereoption wahrgenommen zu werden?

Ich finde ja. Jeder, der Talent hat, kann im Handwerk eine gute Arbeit finden. Das Handwerk bietet auch tolle Aufstiegsmöglichkeiten. Wer Verantwortung übernehmen möchte, wird sicher einen Betrieb finden, der ihm das auch ermöglicht.

Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht die sozialen Netzwerke, um für das Handwerk zu werben?

Ich sehe hier vor allem auch eine Chance, auf einer persönlichen Ebene mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Mir schreiben zum Beispiel junge Mädchen, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren. Mit ihnen kann ich meine Erfahrungen teilen und Tipps geben.

Schreinerin Jule Rombey ist Botschafterin der Imagekampagne des Handwerks und wirbt in dieser Funktion aktuell für die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk. Im Videointerview berichtete sie über ihren eigenen Karriereweg: Aktuell macht sie ihren Meister und möchte später mal den Familienbetrieb übernehmen.
Nadine Heß
Schreinerin Jule Rombey ist Botschafterin der Imagekampagne des Handwerks und wirbt in dieser Funktion aktuell für die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk. Im Videointerview berichtete sie über ihren eigenen Karriereweg: Aktuell macht sie ihren Meister und möchte später mal den Familienbetrieb übernehmen.

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Jule Rombey wirbt als Botschafterin der Imagekampagne des Handwerks aktuell unter anderem in sozialen Netzwerken für die Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten im Handwerk.



Sie sind gerade in den letzten Zügen Ihrer Weiterbildung zur Meisterin. Ist der Meistertitel ein Karriereziel, auf Sie schon von Beginn an hingearbeitet haben?

Ja, das war von Beginn an mein Ziel. Ich möchte mal den Betrieb meines Vaters übernehmen und dafür brauche ich meinen Meister.

Sie haben die Weiterbildung zur Meisterin an der Schreinermeisterschule in Ebern absolviert. Wie war es für Sie die letzten Monate in Unterfranken?

Für mich war das eine sehr schöne Zeit. Die Schreinermeisterschule Ebern verfolgt ein offenes Konzept, das heißt der Austausch zwischen uns als Meisterschülern und den Dozenten war sehr intensiv. Gerade auch in der Zeit, als die Schule wegen des Corona-Lockdowns geschlossen war. Da haben Telefon und E-Mail den persönlichen Kontakt ersetzt, so dass wir auch zu Hause gut weiter lernen konnten.

Gibt es etwas, dass Sie in Unterfranken besonders schätzen gelernt haben?

Die Natur habe ich besonders genossen, einfach weil sie auch ganz anders ist als in meiner Heimat. Und natürlich habe ich auch meine Meisterkolleginnen und -kollegen sehr ins Herz geschlossen. Uns verband in der Zeit in Ebern das gleiche Ziel, nämlich den Meistertitel zu erreichen. Und uns verbindet alle die Leidenschaft für das Schreinerhandwerk.

Haben Sie als Botschafterin der Imagekampagne noch eine Botschaft für ihre Meisterkolleginnen und -kollegen?

Am wichtigsten ist für mich der Zusammenhalt. Wenn man sich gegenseitig unterstützt und voneinander lernt, dann ist alles zu schaffen.