DigiBau-3D | 3D-Modell
Nadine Heß
Joshua Kloos, Projektmitarbeiter von DigiBau-3D, mit einem 3D-Mastermodell: Diese Technologie schon in der überbetrieblichen Ausbildung zu integrieren, ist Ziel des Projektes am Bildungszentrum Aschaffenburg.

Überbetriebliche Ausbildung modern und zukunftsfähig aufstellen

Mit dem Einsatz der so genannten "Modellbasierten Definition" (MBD) wird auch das Feinwerkmechanikerhandwerk immer digitaler. Es handelt sich dabei um einen Entwicklungsansatz, bei dem beim gesamten Arbeitsprozess in einer branchenüblichen 3D-Software mit einem 3D-Mastermodell gearbeitet wird, das sämtliche Daten eines Bauteils oder einer Baugruppe enthält. Auf das Modell kann im gesamten Produktionsprozess zugegriffen werden, die einzelnen Arbeitsschritte von der Konstruktion und Montage bis hin zur Qualitätskontrolle werden auf diese Weise miteinander vernetzt. Durch den zunehmenden Einsatz dieser und anderer neuer Technologien, wie z. B. 3D-Druck, verändern sich auch die Anforderungen an künftige Fachkräfte. Das Projekt DigiBau-3D, das aktuell am Bildungszentrum Aschaffenburg der Handwerkskammer für Unterfranken durchgeführt wird, hat deshalb zum Ziel, MBD bereits in der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) von Feinwerkmechanikerinnen und Feinwerkmechanikern zu verankern. Die Kurse der überbetrieblichen Ausbildung sind neben der praktischen Ausbildung im Betrieb und der Berufsschule fester Bestandteil der dualen Ausbildung im Handwerk. "Sie sichern ein gleichbleibend hohes Niveau der Ausbildung und gleiche Voraussetzungen für Auszubildende aus unterschiedlichen Betrieben. Entsprechend wichtig ist es, sie modern aufzustellen", erläutert Thomas Hasenstab, Leiter des Bildungszentrums Aschaffenburg.

Weitere Informationen:

www.digibau-3d.de

Modernisierung der Lerninhalte

"In diesem Pilotprojekt überprüfen und überarbeiten wir sämtliche Lerninhalte hinsichtlich des Einsatzes der neuen Technologie. Wir erarbeiten ein Konzept, das sich am Betriebsalltag orientiert und mit welchem Auszubildende alle mit einem betriebsüblichen Auftrag verbundenen Arbeitsschritte mittels MDB durchführen können", so Thomas Hasenstab weiter. Neben der Wissensvermittlung für Auszubildende nimmt DigiBau-3D dabei auch Ausbilderinnen und Ausbilder in den Blick: Für sie wird ein methodisch-didaktisches Konzept erarbeitet, auf dessen Grundlage sie Auszubildende in der Anwendung der neuen Technologie schulen können.

"Aktuell befinden wir uns in einer Testphase, in der wir dreidimensionale Bauteile für den Einsatz in den Kursen erstellen und die dazugehörige Soft- und Hardware erproben", beschreibt Joshua Kloos, der DigiBau-3D als Projektmitarbeiter inhaltlich begleitet. Im Herbst dieses Jahres sollen die überarbeiteten und digitalisierten Lerninhalte in überbetrieblichen Kursen mit Auszubildenden verschiedener Lehrjahre in der Praxis getestet werden. "Am Ende des Projektes steht ein praxisnaher Baukasten für Auszubildende und Ausbilder, der die Modellbasierte Definition bei der digitalen Bauteilerstellung fest in der überbetrieblichen Ausbildung verankert", so Bildungsstättenleiter Thomas Hasenstab. Die Ausbildung im Feinwerkmechanikerhandwerk wird damit noch moderner und zukunftsfähiger aufgestellt.

DigiBau-3D | Bildungszentrum Aschaffenburg
Nadine Heß
Wollen im Projekt DigiBau-3D die Digitalisierung der überbetrieblichen Ausbildung im Feinwerkmechanikerhandwerk vorantreiben (v. l.): Björn Fleckenstein, Auszubildender, Joshua Kloos, Projektmitarbeiter, und Thomas Hasenstab, Leiter des Bildungszentrums Aschaffenburg.

Das Projekt "Digitale Bauteilerstellung mit 3D-Daten (DigiBau-3D)" wird im Sonderprogramm ÜBS-Digitalisierung des  Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Sonderprogramm wird durchgeführt vom  Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).