Ausbilderschein
Sascha Schneider

Wissenswertes zum Ausbilderschein

Knapp ein Drittel der insgesamt rund 1,3 Millionen Auszubildenden in Deutschland absolviert eine Ausbildung im Handwerk. Diese enorme Ausbildungsleistung wird von den Ausbilderinnen und Ausbildern in den Betrieben erbracht. Ihre Qualifikation erwerben sie mit der so genannten Ausbildung zum Ausbilder nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO), auch kurz Ausbilderschein genannt. Er kann im Rahmen der Weiterbildung zum Meister, aber auch separat in einer eigenständigen Weiterbildungsmaßnahme erworben werden. Damit ist der Ausbilderschein auch eine attraktive Fortbildungsmöglichkeit für Handwerksgesellinnen und -gesellen. Vier wichtige Fragen und Antworten auf einen Blick:

1 Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, um den Ausbilderschein machen zu können?

Wer sich vorstellen kann, Verantwortung als Ausbilderin oder Ausbilder zu übernehmen, sollte grundsätzlich Spaß am Umgang mit jungen Menschen und der Vermittlung von Wissen haben. Voraussetzung für die Weiterbildung ist zudem eine abgeschlossene Berufsausbildung, idealerweise in dem Beruf, in welchem auch ausgebildet werden soll. Über Möglichkeiten abseits des erlernten Berufs auszubilden, beraten die Ausbildungsexpertinnen und -experten der Handwerkskammer für Unterfranken.

2 Wie läuft die Weiterbildung ab?

Auf dem Lehrplan stehen nicht nur Pädagogik und Didaktik, sondern auch rechtliche Rahmenbedingungen der Lehrlingsausbildung und Ausbildungsplanung. Mit dem Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse qualifizieren sich Weiterbildungsteilnehmer zum Ausbilder bzw. zur Ausbilderin. Konkret ist die Weiterbildung in folgende Teilbereiche gegliedert:

  • Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
  • Ausbildung vorbereiten und Einstellung von Auszubildenden durchführen
  • Ausbildung durchführen
  • Ausbildung abschließen

3 Wie lange dauert die Ausbildung zum Ausbilder?

Der Lehrgang umfasst insgesamt 115 Stunden. Im Zuge der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schutzmaßnahmen bietet die Handwerkskammer für Unterfranken die Weiterbildung neben der klassischen Vollzeit- und Teilzeitvariante auch als Online- oder Blended Learning-Kurs an. Letztere setzt sich aus Online-Unterricht sowie einigen wenigen Präsenztagen zusammen.

4 Kann ich den Ausbilderschein auch unabhängig von der Meister-Weiterbildung machen?

Die meisten zukünftigen Ausbilderinnen und Ausbilder erwerben ihren Ausbilderschein im Zuge der Weiterbildung zum Meister, denn er ist einer von insgesamt vier Teilen der Meisterprüfung. Innerhalb der Meisterausbildung wird die Weiterbildung über das so genannte Auftstiegs-BAföG gefördert. Natürlich ist es auch möglich, die Fortbildung mit anschließender Prüfung als Einzelmaßnahme zu besuchen.

Das Ziel: Hohe Qualität in der Ausbildung

Wer den so genannten Ausbilderschein erfolgreich erworben hat, kann im Betrieb mit der Ausbildung junger Nachwuchskräfte beginnen. "Die Weiterbildung ist nicht nur gesetzliche Grundlage für die Ausbildung in Handwerksbetrieben, sie garantiert auch eine hohe Qualität der Ausbildung", erläutert Andrea Sitzmann, Leiterin des Geschäftsbereichs Berufsbildung der Handwerkskammer für Unterfranken. Ausbildung nach hohen Qualitätsstandards gelingt, wenn sowohl für Auszubildende als auch für Ausbildungsbetriebe bestimmte Kriterien erfüllt sind. "Dazu gehört aus betrieblicher Sicht, dass es gelingt mittels Ausbildung passgenau Nachwuchskräfte zu qualifizieren, der Fachkräftenachwuchs zur Selbstständigkeit und Eigenverantwortung angeleitet sowie die Betriebskultur weitergegeben wird", so Andrea Sitzmann. Auszubildende bewerten aus ihrer Perspektive positiv, wenn Aufgabenstellungen vielseitig und abwechslungsreich sind, sie in größere Aufgaben eingebunden werden und nicht nur einzelne Arbeitsschritte durchführen. Um die Ausbildungsqualität zu sichern bieten Handwerkskammern und Innungen auch zahlreiche Beratungs-, Austausch- und Schulungsangebote an und betreuen die Betriebe individuell vor Ort. "Ausbildungsbetriebe und Unternehmen, die ausbilden möchten, können das Beratungs- und Unterstützungsangebot jederzeit in Anspruch nehmen", so der Appell von Andrea Sitzmann.

Tipp: Über die rechtlichen Voraussetzungen und Möglichkeiten auszubildenden beraten die Ausbildungsberater/innen der Handwerkskammer für Unterfranken.