Konjunkturlage im vergangenen JahrDas Jahr der konjunkturellen Stagnation
Für die unterfränkische Handwerkswirtschaft war 2025 ein Jahr der Stagnation. Kleine Ausschläge über die einzelnen Quartale nach oben oder unten änderten die Stimmung der Handwerksbetriebe nicht. So bezeichneten 82,6 % aller unterfränkischen Handwerksbetriebe ihre eigene Geschäftslage im Jahresdurchschnitt als gut oder befriedigend. Das ist eine leichte Verschlechterung um 0,9 Prozentpunkte zum Vorjahr.
"Dachten wir noch zu Beginn des Jahres mit dem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur, das in die deutsche Infrastruktur und Klimaneutralität, in die Modernisierung von Schulen, Verkehrswegen, Digitalisierung und Forschung fließen sollte, dass der Aufschwung der gesamtdeutschen Wirtschaft auch ein Booster für das Handwerk wird, so müssen wir am Ende des Jahres eingestehen: Nein, 2025 hat es nahezu keine Impulse für die Handwerkswirtschaft gegeben, die Handwerksbetriebe warten weiter auf das Ende der konjunkturellen Tristesse", analysiert Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken.
Kfz-Handwerk mit guter Geschäftlage, Bau und Ausbau stabil
Die Grafik zeigt die Zufriedenheitswerte der Kfz- sowie Bau- und Ausbaubetriebe 2025. Über das gesamte Jahr 2025 betrachtet waren die Betriebe des Kfz-Handwerks mit ihrer Geschäftslage (89,9 %) am zufriedensten.
Auch die Betriebe des Bau- und Ausbaugewerbes liegen in ihrer Analyse der eigenen Geschäftslage weiterhin über dem Durchschnitt. 85 % der Betriebe des Bau- und 85,2 % des Ausbaugewerbes bezeichnen die konjunkturelle Lage als gut oder befriedigend.
Verhaltener Ausblick auf 2026
Für das erste Quartal 2026 erkennen die unterfränkischen Handwerksbetriebe keine durchgreifende Trendwende. Über alle Handwerksbereiche hinweg erwarten über ein Viertel der Betriebe eine Verschlechterung der Geschäftslage. Verglichen mit dem Ist-Ergebnis des Jahresdurchschnitts 2025 ergibt das ein Minus von genau acht Prozentpunkten. Ludwig Paul: „2026 muss das Jahr des Wirtschaftswachstums werden. Und zwar des Wirtschaftswachstums in allen Bereichen. Die Stagnation muss schnellstmöglich überwunden werden, Glaube, Optimismus und Schaffensdrang müssen an die Stelle von Pessimismus, Verzagtheit und Lethargie treten. Auf dem mittelständischen Unternehmertum muss der Fokus liegen. Das Handwerk jedenfalls wird seinen großen Teil zum Wirtschaftswachstum beitragen – wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“
"2026 muss das Jahr des Wirtschaftswachstums werden. Und zwar des Wirtschaftswachstums in allen Bereichen."
Ludwig Paul
Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken