Luke Hehn lebt sein Handwerk mit Leidenschaft: Mit 22 Jahren ist er Bäcker- und Konditormeister, staatlich geprüfter Brotsommelier und im Aufbau seiner kleinen Handwerksmanufaktur.
Der Traum der eigenen Handwerksmanufaktur
Lockere Stimmung und der Geruch von frisch gebackenem Brot liegen in der Luft. Mit einem breiten Lächeln steht Luke Hehn in der Backstube – um ihn herum eine Gruppe von Auszubildenden und jede Menge Backwaren. Seit September 2024 gibt er im Bildungszentrum Würzburg sein Wissen als Dozent für das Bäcker- und Konditorhandwerk an den Nachwuchs weiter. "Weiterbildung finde ich selbst sehr wichtig und mir macht es großen Spaß mich hier einzubringen", erklärt der 23-Jährige.
Vom Hobbybäcker zum Meister
Bereits in der Grundschule stand er gemeinsam mit seiner Großmutter in der Küche und entdeckte seine Liebe zum Backen. Später absolvierte er seine Ausbildung zum Konditor im ehemaligen Café Michel in Würzburg. "Es war schon immer mein Traum mich selbstständig zu machen. Deswegen entschied ich mich danach noch für einen Meisterkurs", erzählt Luke Hehn.
Er belegte den kombinierten Meisterkurs für das Bäcker- und Konditorhandwerk der Handwerkskammer für Oberfranken. Mit großem Erfolg: Beide Meisterprüfungen bestand er im September 2024 jeweils als Prüfungsbester. Doch nicht nur den Meistertitel nahm er aus dem Meisterkurs mit, sondern auch seine Leidenschaft fürs Brot. Er schloss deshalb die Weiterbildung zum Brotsommelier an der Bundesakademie Weinheim an, die er Ende 2025 ebenfalls als Jahrgangsbester beendete.
Wenn Luke Hehn über sein Handwerk spricht, wird schnell klar: Hier geht es nicht nur um einen Beruf, sondern um echte Leidenschaft. Der Bäcker- und Konditormeister versteht es, andere für sein Handwerk zu begeistern.
"Man kann aus so wenigen Zutaten wie Mehl, Wasser und Salz tolle Produkte herstellen. Ein schönes Brot aus dem Ofen zu holen, das man mit seinen eigenen Händen hergestellt hat, ist ein unfassbar gutes Gefühl."
Luke Hehn, Bäcker- und Konditormeister, Brotsommelier
Mehr als ein Beruf
Für den Bäcker- und Konditormeister macht die Mischung aus Handwerk, Kreativität und unmittelbarem Ergebnis seinen Beruf so einzigartig. Von der filigranen Praline bis zum rustikalen Sauerteigbrot – die Bandbreite sei enorm und biete viel Raum zur persönlichen Entfaltung.
Neben seiner Arbeit als Dozent und der Mitarbeit in der Patisserie eines regionalen Catering-Unternehmens engagiert er sich ehrenamtlich im Prüfungsausschuss der Konditoren sowie bei diversen Berufsbildungstagen und -seminaren.
Botschafter für das Bäckerhandwerk
Auch den Traum von der Selbstständigkeit verfolgt er weiter: momentan baut er eine kleine Handwerksmanufaktur mit Schwerpunkt auf hochwertigem, handwerklich hergestelltem Brot auf. Mit seinem Hintergrund als staatlich geprüfter Brotsommelier möchte er unter anderem Workshops geben und anderen das Thema Food-Pairing näherbringen. Dabei soll es um die Aromen im Brot gehen und die Frage, welche Brotsorten mit Bier und Wein harmonieren oder auch interessante Kontraste schaffen. "Brot ist mehr als ein einfaches Lebensmittel – es ist Genuss und sehr vielfältig. Wir haben über 3000 Brotsorten in Deutschland." Besonders wichtig ist dem Brot-Enthusiasten, wieder die Nähe zu den Verbrauchern herzustellen: „Es geht um Transparenz. Der Kunde soll wissen, was er bekommt: Keine Zusatzstoffe, keine Tricks.“
Auf die Frage, was ein richtig gutes Brot ausmache antwortet er ohne zu zögern: "Als waschechter Franke natürlich ein ordentliches Roggenbrot mit einer guten Kruste, die so schön kracht, wenn man draufdrückt. Gut gewürzt mit Kümmel, Anis, Koriander – was ordentlich Wumms dahinter hat." Bei einer solchen Beschreibung ist klar: hier lebt jemand seine Leidenschaft in vollen Zügen aus.