KonjunkturDeutlicher Stimmungseinbruch
Das unterfränkische Handwerk erlebt den schwersten konjunkturellen Einbruch seit 16 Jahren, vergleichbar nur mit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009/2010. Fast ein Viertel der Betriebe (24,2 %) bewertete die Geschäftslage im ersten Quartal 2026 als schlecht. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Handwerkskammer für Unterfranken hervor.
"Die Stimmung im unterfränkischen Handwerk ist derzeit nicht gut. Diese Lage ist nicht rein wirtschaftlich bedingt, sondern auch durch die politischen Entscheidungen, oder vielmehr Nicht-Entscheidungen der Bundesregierung", erklärt Ludwig Paul, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Unterfranken. Der Anteil der Betriebe mit guter Geschäftslage sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,7 Prozentpunkte auf 33,4 %. Gleichzeitig stieg der Anteil derer, die ihre Lage als schlecht bewerten. "Vor einem Jahr hatten wir noch von einem Optimismus-Sprung gesprochen. Ein Jahr später ist dieser von einem gewissen Pessimismus verdrängt worden", so Ludwig Paul.
Geschäftslage 1. Quartal 2026 – Überblick
Schwerster Einbruch seit 16 Jahren
24,2 %
der Betriebe bewerten ihre Geschäftslage als schlecht.
Schlusslicht der Regionen
70,8 %
der Betriebe am Bayerischen Untermain waren mit ihrer Geschäftslage im 1. Quartal zufrieden. Die Region bildet damit das Schlusslicht im Kammerbezirk.
Spitzenposition im Gewerbevergleich
79,8 %
der Betriebe des Bau- und Ausbaugewerbes waren zufrieden im 1. Quartal.
Zaghafter Optimismus
78,6 %
der Betriebe erwarten eine bessere (21,4 %) oder zumindest gleichbleibende (57,2 %) Geschäftslage.
Schere zwischen Ein- und Verkaufspreisen
Eine besondere Belastung stellt die wachsende Schere zwischen Einkaufs- und Verkaufspreisen dar. Während 68 % der Betriebe von gestiegenen Einkaufspreisen berichten, konnten nur 34 % ihre Verkaufspreise entsprechend anheben. "Diese Entwicklung setzt den Betrieben zu und bestätigt unser Anliegen, Entlastungen für unsere Handwerksunternehmen einzufordern", betont Ludwig Paul. Die Situation werde durch den anhaltenden Iran-Krieg und die damit verbundenen hohen Ölpreise weiter verschärft, was die Inflation antreibt und Investitionen bremst.
Verhaltener Optimismus und Appell an die Politik
Trotz der angespannten Lage blicken die Handwerksbetriebe verhalten optimistisch auf das zweite Quartal 2026: 78,6 % der Betriebe erwarten eine bessere (21,4 %) oder zumindest gleichbleibende (57,2 %) Geschäftslage. Hauptgeschäftsführer Ludwig Paul schließt mit einem Appell:
"Unsere Betriebe haben gute Sensoren und sind bereit, Deutschland zu einem Wirtschaftswachstum zu führen. Es ist höchste Zeit, dass die bundesdeutsche Wirtschaftspolitik die kleinen und mittleren Betriebe in den Fokus nimmt. Bei diesen werden nachhaltige Unternehmensstrategien verfolgt, die Deutschland voranbringen."