Deutsche Handwerksspitze zu Gast in Würzburg
"Das Hoffest hat sich etabliert als wichtiges Netzwerktreffen zwischen Handwerkskammer, handwerklichen Ehrenamt, Politik und Öffentlichkeit. Die vielen kleinen persönlichen Gespräche bringen oftmals schneller und mehr Verständnis als offizielle Termine", weiß Michael Bissert, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken. Rund 240 Gäste folgten der Einladung der Handwerkskammer am 10. Mai 2026, darunter auch Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, und sein Vizepräsident Berthold Schröder. In seiner kurzweiligen, akzentuierten Rede legte Jörg Dittrich auch immer wieder den Finger in die Wunden, die gerade von der Bundesregierung aufgemacht wurden. "Wir brauchen den Fokus auf das Wirtschaftswachstum. Nur wenn das gelingt, wird die Stimmung in Deutschland besser. Und das ist enorm wichtig. Ich bin fest davon überzeugt, dass uns alle der blanke Pessimismus nicht weiterbringt." Wirtschaftlich spiele Deutschland zwar noch immer in der Champions League, aber es drohe die Luft auszugehen. „Deshalb mein Appell an die Bundesregierung: Wir müssen ins Trainingslager! Ich bin gerne bereit als Handwerkspräsident zum Koalitionsausschuss in die Villa Borsig zu kommen und deutlich machen, was es braucht, um dem Mittelstand, dem Fundament unserer Wirtschaft, zu helfen.“
Auch Michael Bissert versäumte es nicht, den Blick nach Berlin zu richten, zur Bundesregierung, die nun genau ein Jahr im Amt ist. "Die neue Regierung ist gestartet mit vielen Erwartungen, aber eben auch nicht weniger Versprechungen. Wir als Handwerksorganisation haben nicht nur abgewartet, wir haben die Hand ausgestreckt zur Mitarbeit. Aber: Markige Worte vom Kanzler verpuffen, wenn sie keine Aktion nach sich ziehen. Mit enttäuschten Erwartungen zeigt man keine Stärke, sondern verspielt Vertrauen."
Lob an das Ehrenamt
Neben den politischen Aussagen gab es auch viel Lob für die ehrenamtlich engagierten Handwerkerinnen und Handwerker. "Die Basis ist das Entscheidende. Kreishandwerkerschaften und Innungen sind zentral für die Arbeit des ZDH. Aus einer starken Basis heraus, aus deren Ideen und Problemen, formulieren wir im ZDH-Präsidium unsere Forderungen und Angebote an die Politik. Und wer sich in der Handwerksorganisation engagiert, der lebt die demokratische Teilhabe, der bringt sich ein, für das Handwerk und für die Gesellschaft", so Jörg Dittrich. Handwerkskammer-Präsident Michael Bissert ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, Worte des Dankes an die vielen Ehrenamtsträger zu richten: "Ihr seid das Fundament und die Vorbilder unseres Handwerks. Euer Einsatz ist unbezahlbar."
Impressionen des 17. Hoffestes der Handwerkskammer für Unterfranken