Mit Präzision zum Bundessieg
Im September 2022 begann der heute 22-jährige Dennis Kreher aus Mömbris bei der Reuter Technologie GmbH in Schöllkrippen (Lkr. Aschaffenburg) eine dreieinhalbjährige Ausbildung zum Feinwerkmechaniker mit Schwerpunkt Zerspanungstechnik. Dank bester Prüfungsergebnisse in Theorie und Praxis konnte er die reguläre Ausbildungszeit auf drei Jahre verkürzen und legte mit Erstplatzierungen bei den anschließenden Deutschen Meisterschaften im Handwerk auf Kammer-, Landes- und Bundesebene einen 1A-Bilderbuchstart in die Berufswelt hin.
Praktikum bringt die Entscheidung
Eigentlich fand Dennis erst auf Umwegen zum Beruf des Feinwerkmechanikers. Wie viele junge Männer schraubte er in seiner Freizeit gern an Mopeds und Motorrädern und träumte von einer Karriere in der KFZ-Branche. Ein schulisches Pflichtpraktikum in der neunten Klasse in einer Autowerkstatt sorgte jedoch schnell für Ernüchterung. Statt Motoren und Getriebe zu zerlegen, bestand der Arbeitsalltag vor allem aus Ölwechseln, Zündkerzenwechseln und ähnliche Tätigkeiten. „Das war mir zu eintönig und auch zu ölig und schmutzig“, fasst Dennis seine ersten Erfahrungen mit der Arbeitswelt zusammen.
Das handwerkliche Interesse war aber weiterhin vorhanden – nicht zuletzt, weil sein Vater gelernter Schreiner ist. Durch eine Anzeige in der Tageszeitung wurde Dennis auf die Reuter Technologie GmbH mit Standorten in Alzenau und Schöllkrippen aufmerksam; Das Unternehmen suchte damals Auszubildende im Bereich Feinwerkmechanik. „Ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt keine Vorstellung vom Beruf eines Feinwerkmechanikers und auch keine Berührungspunkte mit der Metallverarbeitung“, berichtet Denis. Aber nach einer kurzen Bewerbung per Mail und einem Vorstellungsgespräch begann er dort ein Praktikum.
Bleibender Eindruck
„Wir erinnern uns noch gut an Dennis´ Praktikum“, so Betriebsleiter Marco Roth und Geschäftsführer Florian Reuter. „Als wir sahen, mit welcher Konzentration, Ausdauer und vor allem auch Präzision er arbeitet, waren wir uns sicher: Wenn er jetzt selbst noch Lust hat, dann ist er genau der richtige Mann für uns! Für Dennis war das Praktikum „absolut cool und abwechslungsreich“. „Das Feilen und Fräsen hat richtig viel Spaß gemacht!“ Damit stand einer dualen Ausbildung zum Feinwerkmechaniker Fachrichtung Zerspanungstechnik bei der Reuter Technologie GmbH nichts mehr im Weg.
Fundierte und innovative Ausbildung
Die Firma Reuter mit ihren rund 70 Mitarbeitern ist in vielen Branchen zu Hause – von der Hochenergiephysik bis zur Kryotechnik und der Medizintechnik bis zur Industrieautomation. Durch hohe Expertise in der Verbindung von Metallen, insbesondere von Kupfer und Edelstahl, ist das Unternehmen über die Region hinaus für die Herstellung hochpräziser Komponenten und Baugruppen bekannt. Geschäftsführer Florian Reuter nennt als Beispiel die Fertigung spezieller Kühlkörper für die Temperierung von Quantencomputern, die bei extrem niedrigen Temperaturen arbeiten.
„Das Besondere an einer Ausbildung bei uns ist, dass wir in unserer Betriebsgröße den Ausbildungsrahmenplan deutlich breiter abbilden können als ein klassischer Handwerksbetrieb“, erklärt Marco Roth, der dem Prüfungsausschuss der Handwerkskammer für Unterfranken angehört. In der Grundausbildung, die überwiegend in der Lehrwerkstatt stattfindet, erlernen die Auszubildenden natürlich die klassischen Zerspanungstechniken wie Feilen, Sägen und Bohren und den Umgang mit konventionellen Maschinen. Den Verantwortlichen bei Reuter - allen voran Ausbildungsleiter Thomas Stadtmüller und Betriebsleiter Marco Roth – ist es jedoch wichtig, dass die Fachkräfte von morgen den kompletten Durchlauf eines Produkts kennenlernen und in modernen Fertigungstechniken wie der Füge- und Montagetechnik oder im Reinraum ausgebildet werden. Als besonderes Highlight bietet Reuter beispielsweise einen Vakuumlötkurs an. „Das ist eine Technik, die kleinere Betriebe gar nicht anbieten können.
„Als sehr innovativ und abwechslungsreich“ bezeichnet Dennis Kreher seine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker und lobt die durchgehend gute Betreuung. Bei Fragen oder Problemen gab es immer Ansprechpartner, die weiterhalfen. Auch die gemeinsamen Projekte mit den anderen Auszubildenden und die Prüfungsvorbereitungen in der Lehrwerkstatt sind im in guter Erinnerung geblieben. „Toll war, dass uns bereits während der Ausbildung auch gezeigt wurde, was man als Feinwerkmechaniker bei Reuter alles machen kann und welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt.“
Nachdem sich der Hype um den Bundessieg im Feinwerkmechaniker-Handwerk etwas gelegt hat, ist Dennis inzwischen im Berufsalltag angekommen. „Die Zeit der Wettbewerbe war spannend. Gerade beim Bundeswettbewerb habe ich gemerkt, dass die Konkurrenz genau weiß, was sie macht. Das war schon ein ganz anderes Niveau als in der Zwischen- oder Abschlussprüfung!“ Die Ausbildung bei Reuter war so fundiert, dass Dennis dann sogar ohne große zusätzliche Vorbereitungen bei den Wettbewerben antreten und diese sogar gewinnen konnte. Jetzt aber möchte er erst einmal in seinem Beruf arbeiten und im nächsten Jahr die Meisterausbildung angehen.
Aushängeschild für den ganzen Betrieb
Auch Geschäftsführer Florian Reuter zeigt sich sichtlich begeistert von den Leistungen seines ehemaligen Auszubildenden. „So ein Bundessieg ist schon ein Aushängeschild und Motivationsschub für das ganze Unternehmen – und lockt vielleicht auch den einen oder anderen Interessierten an, eine Ausbildung bei uns zu machen. Er unterstreicht aber auch, dass wir in Sachen Ausbildung auf einem guten Weg sind. Bei der Reuter Technologie GmbH hat die Ausbildung traditionell einen hohen Stellenwert. „Unser Ziel war und ist es, jungen Menschen Perspektiven zu bieten und unsere Fachkräfte von morgen selbst auszubilden“, so Florian Reuter.