FAQs - Häufige Fragen zum Ehrenamt

Auf dieser Seite finden Sie zusammengefasst Antworten zu häufigen Fragen zum Ehrenamt im Handwerk.



Was macht ein Ehrenamtlicher im Handwerk?

Wer sich engagieren möchte, kann sich im Handwerk in den unterschiedlichsten Bereichen einbringen, seinen Berufsstand vertreten und die Interessen des Handwerks in die Öffentlichkeit tragen. Die Aufgaben sind vielseitig und reichen von der Übernahme vereinsähnlicher Ämter wie z. B. das des Schriftführers, über die Organisation von Veranstaltungen, das Korrigieren von Abschlussprüfungen bis hin zur Vertretung des Handwerks auf politischer Bühne.
Ein Engagement kann auf örtlicher und regionaler Ebene oder auch überregional in einem Landesverband oder in Organisationen des Handwerks auf Bundesebene erfolgen.

Ehrenämter im Handwerk - ein Überblick



Welche Ehrenämter gibt es im Handwerk?

Das Ehrenamt ist Stütze der Selbstverwaltung des Handwerks. Darüber hinaus engagieren sich weitere Organisationen ehrenamtlich für das Handwerk. Es gibt einerseits die Möglichkeit, sich für den eigenen Berufsstand einzusetzen, andererseits das Engagement für das allgemeine Handwerk aufzubringen. Grundsätzlich gilt es zu unterscheiden zwischen dem freien Engagement und Beitritt zu Ehrenamtsorganisationen und Ehrenamtsorganisationen und -positionen für die eine Wahl bzw. Ernennung notwendig ist.

Zu den Ehrenämtern in der Selbstverwaltung des Handwerks gehören:

Weitere Ehrenamtsorganisationen des Handwerks:  



Wie viel Zeit muss ich einplanen, wenn ich mich ehrenamtlich im Handwerk engagiere?

Das zeitliche Engagement für ein Ehrenamt im Handwerk variiert je nach Aufgabe. Grundsätzlich gibt es meist – unabhängig von der Art des Engagements – Hochphasen, d. h. Zeiten, in denen das Ehrenamt mehr Zeit in Anspruch nimmt. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn es um die Organisation von Veranstaltungen geht oder bei Prüfern, wenn Prüfungszeitraum ist. Wer zum Vorsitzenden z. B. einer Innung (Amt des Obermeisters) gewählt wird, muss für sein Engagement mehr Zeit einplanen als Personen, die z. B. das Amt des Schriftführers übernehmen.

The female hand presses on the button of an old alarm clock Schlagwort(e): female, hand, finger, press, button, stop, ring, ringing, alarm
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Was bringt mir das ehrenamtliche Engagement?

Je nach Persönlichkeit gibt es andere Beweggründe und somit auch andere Nutzen, die aus dem Engagement gezogen werden können. Zahlreiche Studien, die sich - auch fernab des Handwerks - mit ehrenamtlichen Engagement beschäftigen und die Hintergründe, das "Warum" des Engagements, erforschen, kommen auf ähnliche Punkte zurück: Das Engagement erfolgt, um Zeit sinnvoll nutzen, eine Art Befriedigung zu erlangen, Spaß zu haben, Dinge zu gestalten oder sich für etwas einzusetzen. Und das indem man anderen Menschen hilft bzw. etwas für das Gemeinwohl tut.

Durch die Konfrontation mit teils anderen Situationen als im beruflichen Alltag, bietet ein Ehrenamt zahlreiche Möglichkeiten, Neues dazulernen, die eigenen Kompetenzen zu erweitern. Ein Ehrenamt eröffnet einen Ausgleich zum Alltag. Darüber hinaus hilft es wertvolle persönliche und berufliche Kontakte sowie auch Pluspunkte für Bewerbungen bzw. den eigenen Lebenslauf zu sammeln. Ehrenamtsträger berichten zudem von neuen Freundschaften, die durch das gemeinsame Engagement für die Sache "Handwerk" wachsen.

Zusammengefasst bringt das ehrenamtliche Engagement in vielerlei Hinsicht Fortschritt - für die eigene, die berufliche und die gesellschaftliche Zukunft.

 Die Bayerische Ehrenamtskarte

Ehrenamtskarte
LBE - Landesnetzwerk bürgerschaftliches Engagement Bayern

Ein Bonus für das ehrenamtliche Engagement: Die Ehrenamtskarte Bayern

Die "Ehrenamtskarte Bayern" ist eine Anerkennung des Staates für engagierte Bürger. Mit der Ehrenamtskarte erhalten engagierte Bürgerinnen und Bürger Vergünstigungen bei Einrichtungen des Freistaates Bayern (staatliche Museen und Schlösser, Bayerische Seenschifffahrt). Vergünstigungen der privaten Wirtschaft (z. B. Rabatte, Freikarten) vor Ort sowie bei kommunalen Einrichtungen (z. B. Schwimmbäder, öffentlicher Nahverkehr) werden durch die sich beteiligenden Landkreise und kreisfreien Städte akquiriert

In ganz Bayern gibt es rund 4.000 Akzeptanzpartner auf regionaler Ebene. Die Ehrenamtskarte kann in zehn unterfränkischen Landkreisen und Städten (mit Ausnahme der Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld) beantragt werden, sofern bestimmte persönliche Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Das freiwillige unentgeltliche Engagement umfasst durchschnittlich 5 Stunden pro Woche oder mindestens 250 Stunden jährlich
  • Mindestens seit zwei Jahren ehrenamtlich engagiert
  • Mindestalter: 16 Jahre

Detaillierte Informationen zu den Voraussetzungen und Links zu den Beantragungsstellen der einzelnen Landkreise unter

www.ehrenamtskarte.bayern.de



Gibt es eine Vergütung oder Aufwandsentschädigung?

Sich in einem Ehrenamt zu engagieren, bedeutet unentgeltlich tätig zu sein, d. h. keine Vergütung im Sinne eines Entgelts für das Engagement zu erhalten. Möglich sind jedoch Aufwandsentschädigungen. Häufig wird beispielsweise eine Erstattung von Fahrtkosten ermöglicht und wenn durch den zeitlichen Umfang des Ehrenamts z. B. Verdienstausfall zu verzeichnen ist, werden auch Pauschalen für den Einsatz im Ehrenamt gezahlt. Die Art und Höhe von Aufwandsentschädigungen sind in Beschlüssen der jeweiligen ehrenamtlichen Organisationen festgelegt und individuell geregelt.

Wird für den ehrenamtlichen Einsatz eine Aufwandsentschädigung gezahlt, müssen steuerliche Regelungen beachtet werden. Bis zu einem gewissen Grenzsatz (2.400 Euro) bleiben Einnahmen aus einer ehrenamtlichen Betätigung steuerfrei. Dies gilt, wenn es sich um eine nebenberufliche Tätigkeit handelt, deren zeitlicher Umfang nicht mehr als ein Drittel einer vollen Erwerbstätigkeit ausmacht. Um das ehrenamtliche Engagement zu fördern, wurden im Einkommensteuergesetz steuerliche Vergünstigungen geschaffen.



Welche Voraussetzungen muss ich für ein Ehrenamt mitbringen? Was wird von mir als Ehrenamtlicher erwartet?

Wer sich in einem Ehrenamt einbringen möchte, sollte verschiedene Voraussetzungen/Fähigkeiten mitbringen:

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Informationen zu den verschiedenen Ehrenämtern und Aufgaben:

Ehrenämter im Handwerk - ein Überblick



Wie finde ich ein Ehrenamt? An wen kann ich mich wenden?

So vielseitig wie das Handwerk, sind auch die ehrenamtlichen Tätigkeiten im Handwerk. Wer sich in einem Ehrenamt einbringt, hat die Möglichkeit, die Zukunft des Handwerks in der Region mitzugestalten. Ein ehrenamtliches Engagement im
Handwerk ist zudem keineswegs auf die Ausübung einer einzelnen Funktion beschränkt. Je nach zeitlicher Verfügbarkeit, lassen sich auch verschiedene Ehrenamtsfunktionen verknüpfen.



Erhalte ich einen Nachweis für mein Ehrenamt?

Für die unterschiedlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten erfolgt auch die Erstellung eines Nachweises ganz unterschiedlich. Teilweise gibt es direkt mit dem Start der Tätigkeit ein Bestätigungsschreiben, teilweise Berufsurkunden und in anderen Fällen wiederum Urkunden für langjährige Verdienste etc. Mitglieder von Meisterprüfungsausschüssen erhalten beispielsweise Berufungsurkunden, Vollversammlungsmitglieder ein Bestätigungsschreiben über ihre Wahl und Informationen zur Dauer der Wahlperiode. 

Bei Interesse an einer Bescheinung, ist es am besten einfach bei der zuständigen Organisation nachzufragen. Auf Anfrage können die Ehrenamtsorganisationen des Handwerks Bescheinigungen für die Tätigkeit ausstellen bzw. gegenüber Dritten auf Nachfrage das Engagement bestätigen.

Dokument



Wie kann ich mich auf ein Ehrenamt im Handwerk vorbereiten?

Wer mit dem Gedanken spielt bzw. sich vorstellen kann, ein Ehrenamt im Handwerk zu übernehmen, dem kann es helfen, sich zuerst mit den nachfolgenden Punkten zu beschäftigen: 

Wichtig ist, sich Gedanken zum Motiv für das Engagement zu machen, sich zu fragen: Warum möchte ich ein Amt übernehmen? Dabei geht es darum, sich selbst bewusst zu werden, was die eigene Motivation ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, das Abklären, welchen zeitlichen Aufwand ich aufbringen kann für ein Ehrenamt. Dabei geht es auch darum, einzuschätzen, wie sich die Nutzung der Freizeit für ein Ehrenamt mit Beruf und Familie bzw. Partner vereinbaren lässt. In Betracht ziehen sollte man auch, dass die zeitliche Verfügbarkeit nicht nur für den Moment, sondern für einen längerfristigen Zeitraum gelten sollte.

Zur Vorbereitung auf ein Ehrenamt gehört natürlich auch die eigene Qualifikation. Diese ist für die unterschiedlichen Ehrenamtsaufgaben jeweils verschieden. Manche Aufgaben können beispielsweise nur selbstständig tätige Handwerksmeister übernehmen, für andere ist Berufserfahrung oder ein guter Abschluss relevant, für andere Aufgaben ist wiederum ein Interesse an der Arbeit mit jungen Menschen und der Weiterentwicklung des eigenen Berufs von Vorteil. Nähere Informationen zu den Anforderungen sind auf den Seiten  Ehrenämter im Handwerk - ein Überblick dargestellt.

Egal ob das Ehrenamt direkt bei der Handwerkskammer oder bei einer regionalen Handwerksorganisation angesiedelt ist, wie in vielen anderen Lebensbereichen, wächst man auch im Ehrenamt mit seinen Aufgaben. Die Vorbereitung auf tatsächliche Aufgaben erfolgt oftmals im Amt selbst z. B. durch Schulungen, Gespräche etc.



Gibt es spezielle Weiterbildungen für Ehrenamtliche im Handwerk?

Ehrenamtliche sind ein wesentlicher Bestandteil der Selbstverwaltung im Handwerk.  Als Dachorganisation ist die Handwerkskammer in der Region Ansprechpartner für viele Ehrenamtsträger und organisiert kontinuierliche Schulungen bzw. betreut die Ehrenamtsträger bei Fragen oder informiert bei Gesetzesänderungen. Einige Ehrenamtsaufgaben setzen an sich voraus, dass sich die Ehrenamtsträger kontinuierlich fachlich weiterbilden. Die Handwerkskammer bietet zudem selbst Workshops und Infoveranstaltungen zu verschiedenen Themen an.
Sprechen Sie uns gerne an: Ansprechpartner Ehrenamt